Das Wetter war herrlich, zudem lief als Attraktion die Bodenseewoche: Einen besseren Beginn für seine Testphase hätte der Wasserbus, das neue öffentliche Verkehrsmittel der Stadt, wohl nicht erwischen können. Die Stadtverwaltung, die mit den Bodensee-Schiffahrtsbetrieben (BSB) den Wasserbus betreibt, ist zufrieden: 900 Passagiere fuhren am Samstag mit dem Schiff, berichtet Walter Rügert, Pressesprecher der Stadt.

Viel Lob und etwas Kritik

Viele Fahrgäste seien begeistert gewesen. Das bestätigen mehrere Fahrgäste auch dem SÜDKURIER. Gut gelauntes Personal und eine kurze Zeit für den Weg vom Bodenseeforum in die Innenstadt: das kommt gut an. Ein paar Wermutstropfen gibt es offenbar: Am Steg am Bodenseeforum gebe es keine Möglichkeit, im Schatten zu warten. Der Automat, an dem man Fahrkarten lösen kann, sei außerdem defekt gewesen. Ein Leser hätte sich gewünscht, rechtzeitig informiert zu werden, dass der Wasserbusbetrieb zwischen 16 und 17 Uhr pausiert. 

Mit der Akzeptanz des Wasserbusses, der vor Monaten den Testbetrieb aufnahm, ist die Stadtverwaltung zufrieden.
Mit der Akzeptanz des Wasserbusses, der vor Monaten den Testbetrieb aufnahm, ist die Stadtverwaltung zufrieden. | Bild: Scherrer, Aurelia

Was den Stadtrat überzeugt

SPD-Stadtrat Jan Welsch hatte die Testfahrt in der vergangenen Woche genutzt. Er lobt die kurze Fahrtzeit von 13 Minuten: "Nur mit dem Fahrrad ist man schneller, so kann man schon mal am Stau vorbei fahren." Das sei ein wichtiger Faktor, um Gäste zu überzeugen, den Wasserbus zu nutzen. Vor zehn Jahren hatte die SPD die Einrichtung eines Wasserbusses als alternatives Verkehrsmittel gefordert.

Was der Betrieb kostet und wie es weiter geht

Im Moment wird der Testbetrieb bis 15. September laufen, so lange gilt die wasserrechtliche Genehmigung. Das Landratsamt prüfe, wie der Betrieb sich auf die Flachwasserzone auswirke – davon hängt eine weitere Genehmigung ab, erläutert Rügert. Ein weiterer Probebetrieb soll für die Adventszeit beantragt werden. Der Betrieb des Wasserbusses koste etwa 1000 Euro pro Betriebstag und werde über die Einnahmen aus dem Park-and-Ride-Parkplatz finanziert. Laut einer Modellrechnung würde ein ganzjähriger Betrieb mit einem Schiff eine Kostendeckungslücke in Höhe von 90.000 Euro aufweisen.