Wie lange dauern die Bauarbeiten?

Voraussichtlich bis Mitte 2019. Danach kommt aber gleich die nächste Baustelle. Ab 2020 werden die Bahnsteige auf 55 Zentimeter über der Schienenoberkante erhöht. So wird das Ein- und Aussteigen aus den Zügen erleichtert. Mitte 2021 soll der komplette barrierefreie Umbau des Bahnhofs Konstanz abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4,7 Millionen Euro, die durch den Bund und die Deutsche Bahn AG getragen werden. Die Stadt Konstanz beteiligt sich am barrierefreien Umbau des Bahnhofs mit 1,5 Millionen Euro.

Wo kann ich während der Bauarbeiten mein Fahrrad abstellen?

Am Bahnhof direkt gibt es derzeit nur die Abstellfläche am Schweizer Bahnhof. Seit die Tiefbaumaßnahmen begonnen haben, sind die Fahrradständer an Gleis eins nicht mehr zugänglich – sie fallen auch dauerhaft weg. Das Abstellen der Fahrräder auf diesen Flächen wurde bislang von der Deutschen Bahn nur geduldet, erklärt das städtische Verkehrsbüro. Seit Beginn der Bauarbeiten lagern deshalb ein paar Dutzend Fahrräder, die vor der Absperrung nicht abgeholt wurden, zwischen Bushaltestelle und Bauzaun.

"Fahrräder abstellen verboten" – so ganz hat das nicht funktioniert.
"Fahrräder abstellen verboten" – so ganz hat das nicht funktioniert. | Bild: Pfanner, Sandra

Manche stellen ihres einfach neu dazu – weil es auch keine guten Alternativen gibt. "Die Stadt arbeitet gemeinsam mit der DB an einer Lösung", so das städtische Pressebüro. "Kommt es zu verkehrswidrigem Verhalten, kann das Ordnungsamt entsprechende Bußgelder für Vergehen auf öffentlichen Flächen verhängen. Auf Bahnflächen ist sowohl die Bahn als auch die Baufirma berechtigt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere wenn der Bauablauf dadurch behindert wird." Die Bahn habe in Konstanz keine Flächen, die Fahrräder abzutransportieren und unterzustellen – und sie sehe sich auch nicht in der Verantwortung, während der Bauphase und danach alternative Abstellmöglichkeiten zu schaffen.

Gibt es künftig mehr Abstellplätze für Fahrräder?

Ja, die Stadt plant für die entfallenden Abstellplätze Ersatz: ein Fahrradparkhaus mit bis zu 600 Plätzen. Der Knackpunkt: Wo und wann dieses entstehen könnte, ist noch nicht entschieden. Eine Idee ist, eine Ebene des Autoparkhauses an der Dammgasse für Zweiräder zu reservieren. Auch der Schweizer Bahnhof steht für ein Fahrradparkhaus zur Debatte. Die Stadt rechnet allerdings nicht damit, dass das Parkhaus zeitgleich mit dem Bahnhofplatz fertig wird, der ab Herbst 2019 neu gestaltet wird.

Wo kann ich meine Sachen einschließen?

Während der Bauarbeiten sind die Schließfächer am Gleis eins nicht mehr zugänglich, nur noch die im Bahnhofsgebäude. "Wir bedauern diese Einschränkungen, die mit dem Umbau zusammenhängen, aber die Arbeiten dienen dem Ziel, die Barrierefreiheit herzustellen", erklärt ein Pressesprecher der Deutschen Bahn.

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Was kann ich als Anwohner tun, wenn es zu laut ist?

Die Arbeiten finden laut Deutscher Bahn "soweit wie möglich tagsüber statt, um die Beeinträchtigungen für die Anwohner gering zu halten." Nachtarbeiten ließen sich allerdings nicht vermeiden. Bis 8. Dezember würden deshalb immer wieder Nachtschichten mit teilweise lärmintensiven Arbeiten stattfinden. "Die Deutsche Bahn und die Baufirmen bemühen sich aber, entsprechende Lärmbelästigungen durch die Wahl der Bauverfahren und -maschinen auf ein minimal mögliches Maß zu begrenzen", so ein Bahn-Sprecher. Die Bahn hat einen Baulärmverantwortlichen eingesetzt, bislang habe es aber noch keine Beschwerden gebeben.

Reichen zwei Aufzüge?

"Nein" antwortet Stephan Grumbt, der Behindertenbeauftragte der Stadt Konstanz deutlich. "Es muss nur ein Aufzug ausfallen, dann haben Sie dieselbe Situation wie heute." Er kritisiert, dass mit der Inbetriebnahme der Aufzüge der Schienenüberweg am Schweizer Bahnhof zurückgebaut wird. Auch Velibor Cagalj, dessen Sohn im Rollstuhl sitzt und begeisterter Bahnfahrer ist, kämpft weiter für den Erhalt dieses Übergangs. "Die Erfahrungen mit dem Neubau von Aufzügen in Singen sollten in Konstanz Mahnung genug sein", so Cagalj.

Dort hatte sich der Austausch der Aufzüge monatelang verzögert. So konnten viele Menschen mit Handicap Singen gar nicht mehr besuchen, weil sie nicht vom Bahnsteig wegkamen. Auch Eltern mit Kinderwagen oder Reisende mit großem Gepäck hatten es mehr als ein halbes Jahr schwer, über die Treppen zum Zug zu kommen. "Das sollte und darf in Konstanz nicht passieren", so Cagalj, der sich wie Grumbt weitere barriererfreie Zugänge wünscht – nicht nur den Erhalt des Überwegs, sondern beispielsweise ein weiterer Aufzug an der Bodanbrücke oder eine Rampe zu den Gleisen.