Das frühere Vincentius-Krankenhaus an der Laube ist längst Geschichte, vom Gebäude sind nur noch Reste vorhanden, der Schutt wird gerade sukzessive abtransportiert. Allerdings ist noch längst nicht alles weggeschafft, auch wenn der oberirdische Teil der Klinik bereits seit einigen Wochen abgerissen ist. Die Rückbauarbeiten verzögern sich, wie Jochen Pfefferle erklärt, einer der Geschäftsführer der LBBW Immobilien Development GmbH, die als Investorin für das geplante Projekt „Laubenhof“ verantwortlich ist.

Der Grund für die Probleme mit dem Zeitplan: Im Fundament des ehemaligen Krankenhauses wurden bis zu 2,80 Meter dicke Bodenplatten gefunden, deren Abbruch sich aufwendiger gestaltet als gedacht. „Bei älteren Gebäuden kann so was immer mal passieren“, sagt Pfefferle dem SÜDKURIER.

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Die geologischen Verhältnisse auf dem Gelände des früheren Schottenfriedhofs seien zudem komplexer als erwartet. „Der Boden ist dort sehr weich“, sagt Jochen Pfefferle, „sodass wir Stück für Stück sensibel rangehen müssen.“ Schon kleinere Erschütterungen beim Abbruch der Bodenplatten könnten sich auf die Nachbargebäude auswirken.

Noch sei unklar, ob und inwiefern die Verzögerungen auch den weiteren Zeitplan des Laubenhof-Baus betreffen. „Es wäre viel zu früh, dazu etwas zu sagen“, erklärt Pfefferle, der davon ausgeht, den Hochbau später als geplant beginnen zu können. „Auch das ist nicht ungewöhnlich, dass es zu Verzögerungen kommt in Teilbereichen wie dem Rückbau“, sagt er. Die LBBW habe im weiteren Verlauf des Projektes noch „viele Möglichkeiten“, um diese wieder aufzuholen: „Wir sind von unserem Ziel nicht abgerückt, im Zeitplan zu bleiben.“

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Jochen Pfefferle geht davon aus, „dass der Hochbau im Herbst starten wird“. Der eigentliche Baubeginn war für Juli vorgesehen. Die LBBW stehe kurz vor der Vergabe der Leistungen an ein Generalunternehmen. Die Fertigstellung des Laubenhofs sei nach wie vor für Ende 2021 geplant. Etwa 50 Prozent der Wohnungen seien bereits verkauft oder reserviert, sagt der Geschäftsführer, der damit „sehr zufrieden“ ist.

So sieht der Entwurf für den künftigen Laubenhof aus.
So sieht der Entwurf für den künftigen Laubenhof aus. | Bild: Jo.Franzke

Das ist die eine Seite: Nichts mit den Verzögerungen im Bauablauf haben hingegen die archäologischen Arbeiten zu tun, die derzeit auf dem Gelände parallel zum Rückbau durchgeführt werden. „Es ist ein wichtiger geschichtlicher Standort für die Stadt Konstanz“, sagt Jochen Pfefferle, „das wollen wir unterstützen. Daher tragen wir als Bauherr auch die Kosten für die Ausgrabungen.“

Bild: Feiertag, Ingo

Die Verzögerungen im Zeitplan durch die Rückbauarbeiten hatten Auswirkungen auf die Arbeit der Archäologen. „Wir hätten schon früher in diesen Bereichen anfangen können“, erklärt Caroline Bleckmann vom Landesamt für Denkmalschutz. Von Anfang an sei klar gewesen, dass sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch unter den nicht unterkellerten Bereichen des ehemaligen Krankenhauses weitere Gräber des früheren Schottenfriedhofs befänden.

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Tatsächlich haben das externe Unternehmen Archäograph sowie Bleckmann und ihr Team neben einem drei Meter breiten und parallel zur Laube verlaufenden Graben, der bislang unter der Erde verborgen geblieben war, nochmals mehrere Gräber gefunden, die laut der Archäologin „in drei bis vier Wochen ganz grob dokumentiert wurden“, um die Arbeiten so zügig wie möglich zu beenden. Die Skelette sind gesichert worden und kommen wohl nach Rastatt in das Archiv des Landesamts für Denkmalpflege.

„Hier auf der Baustelle läuft alles super“, sagt Bleckmann, „wir kommunizieren gut vor Ort und sehen zu, dass wir uns nicht im Weg stehen und keine weiteren Verzögerungen entstehen. Wir versuchen, so schnell wie möglich zu sein.“ Sodass es möglichst zu keinen weiteren unplanmäßigen Problemen mit dem Zeitplan kommt.