Da geschieht es: Als das Duo sein Lied über "beste Dinger" singt, nämlich "Werner, Mäx und Wollmatinger", bleibt Mäx Keßler die Stimme weg. Weil er in vielerlei Hinsicht ergriffen ist. Es liegt noch nicht lange zurück, da kämpfte Keßler gegen Leukämie. Jetzt steht er beim Narrenkonzert wieder auf der Bühne der Hofpeter. Und erhält bei der Premiere am Freitag stürmischen und anerkennenden Applaus.

Kaffee macht aggressiv

Es ist ein hoch emotionaler Moment, als sich der Vorhang öffnet und das Publikum Mäx Keßler neben Werner Keßler erblickt.

Beide unterhalten sich an der Bar des Hofpeter-Airports, Motto des Abends, über Mixgetränke, schleimende Arbeitskollegen, Ehe und Leben.

Sprechen und singen auch über Schwach- und Hochprozentiges: Mäx (links) und Werner Keßler genießen einen Schluck am Hofpeter-Flughafen. Bild: Philipp Zieger
Bild: Philipp Zieger

Warum Bier nicht, Kaffee aber extrem aggressiv mache. Er habe in der Kneipe zehn Bier getrunken, seine Frau zu Hause drei Kaffee. "Du glaubst nicht, wie aggressiv die war, als ich heimkam", erklärt Werner Keßler. Mäx Keßler hatte bei einer Kurzaffäre seine Erlebnisse. Der Ehemann stand plötzlich vor er Tür. "Wer sind Sie denn?", habe dieser gesagt. "Der Kammerjäger" auf Mottenjagd. "Und wo sind Ihre Kleider?" Mäx Keßler blickt an sich herab und antwortet: "Also diese gefräßigen Mistdinger!"

Herrlicher Dialog: Louis Romita und Werner Keßler als Pilot eröffnen das Programm der Hofpeter.
Herrlicher Dialog: Louis Romita und Werner Keßler als Pilot eröffnen das Programm der Hofpeter. | Bild: Philipp Zieger

Gewohnt gute Hofpeter

Es ist ein äußerst amüsanter Abend, durch den Caro Wehner als Putzfrau führte.

Führte durchs Programm: Caro Wehner als Putzfrau, die es nicht immer leicht hat.
Bild: Philipp Zieger

Die Zuschauer sind von den Hofpetern eigentlich nichts anderes gewohnt. Zu den besten Nummern zählt Louis Romitas Kampf mit einer Telefonhotline. Nicht nur Kaffee macht wohl aggressiv, sondern auch der Versuch, Hilfe von einer Automatik-Mitarbeiterin des Kundendiensts zu erhalten. 

Am Schluss zertrümmert Romita sein Telefon, dabei wollte er doch bloß ein Auslands-Datenpaket buchen; um online sein zu können während seines so herbeigesehnten Urlaubs; den er so dringend benötige, er sei nach zwei Monaten Durcharbeiten so ausgebrannt – bei den Stadtwerken. Gelächter im Publikum. Und dann die Hotline, die ihn nicht versteht und verwirrdende Fragen stellt wie: "Meinten Sie nein, dann sagen Sie jetzt bitte ja; meinten Sie ja, dann sagen Sie nein." Bekannte Szenen, nicht nur zur Fasnachtszeit.

In einer Nummer mit Bubi Kreuz unterhält sich Romita über die jeweiligen Reiseziele. Seine Frau sei Schönheitskönigin im Urlaubsort geworden, sagte Kreuz, "kannst Du dir vorstellen, was für ein Kaff das war?"

Wortspiele sorgen für Lacher

In einer Solonummer sorgt Bubi Kreuz mit Wortspielen für viele Lacher. Er sei ins unzivilisierte australische Outback, ähnlich Wollmatingen, gereist zu den Aborigines, den Äpfelschnitzinals. Diesen habe er eine nackte Knabenpuppe und ein Holzkruzifixes gezeigt: Bubi Kreuz, so sein Name. Ein Kinderschi verdeutlicht dem Publikum eines seiner weiteren Reiseziele: nach (S)Chile. Um in Kontakt zu bleiben, hat Kreuz den Umriss seines Gesichts in ein Buch geschnitten: Facebook. Chiara Blanck und Melissa Saile bilden den Hofpeter-Nachwuchs auf der Bühne. Sie erklären als äußerst adrette Stewardessen den Reisenden, welche Sicherheitsvorkehrungen es an Bord gibt. Silvia und Sabine Blum nehmen wieder einmal die Politik aufs Korn. Tänzerisch unterhalten das Kinder- sowie Showballett und die Garde.

Der Hofpeternachwuchs auf der Bühne. Chiara Blanck und Melissa Saile erklären den Mitreisenden als adrette Flugbegleiterinnen die Sicherheitsvorkehrungen.
Der Hofpeternachwuchs auf der Bühne. Chiara Blanck und Melissa Saile erklären den Mitreisenden als adrette Flugbegleiterinnen die Sicherheitsvorkehrungen. | Bild: Philipp Zieger

Nach mehr als vier Stunden geht ein kurzweiliger Abend zu Ende. Mit einem Kracher verabschieden sich die Hofpeter von der Bühne: kein Männerballett, wie so oft schon gesehen. Dafür unsichtbare Männer, die im Neonlicht skurrile leuchtende Vögel zu Musik tanzen und singen lassen. Grandios.

 

Ein Runder und viele Mitwirkende

  • Der Verein: Die Narrengemeinde Hofpeter feiert in diesem Jahr runden Geburtstag. Es gibt sie seit 90 Jahren, damit zähle er zu den ältesten Vereinen, sagte Ex-Präsident Louis Romita während des Bunten Abends am Freitag. Die Hofpeter haben sich im Jahr 1928 im Wirtshaus Petershof am Stammtsich gegründet. Präsident ist Rudi Regenscheit, er hat bei der Narrenkonzertpremiere am Freitag offiziell das Hofpeterzepter von Louis Romita übernommen.
     
  • Die Akteure: Beim Narrenkonzert wirken mit: Werner Keßler (auch Leitung Dekoration), Mäx Keßler, Louis Romita und Bubi Kreuz (beide auch Regie), Luis Latscha, Daniel Trüb, Chiara Blanck und Melissa Saile (beide auch Leitung Kinderballett), Patricia Bölli, Debora Blanck, Stefanie Deicher, Nicole Tschinkel, Canessa Bockmeier, Romina Gehweiler, Sarah Schulz, Sabrina Wernet, Silva Blum, Sabine Blum, Kinderballett: Eliana Pagotto, Chayenne Latscha, Cristelena Antonucci, Hannah Lott, Lena Lott, Leonie Simons, Michelle Simons, Ruven Saile, die Egger Gassefegger, Moderation Caro Wehner, Musik von Beautiful Sound; Leitung Garde/Showballett: Andrea Horn, Maske: Sylvia Mayer, Technisches, Ton, Licht: Daniel Graf, Rudi Regenscheit, Louis Latscha. Regie: Bubi Kreuz und Louis Romita.
     
  • Weitere Abende: Es gibt noch Karten für die Aufführungen in der Radsporthalle des VMC am Tannenhof am Dienstag, 23. Januar, 20.01 Uhr und Mittwoch, 24. Januar, 20.01 Uhr. Reservierung sind möglich unter Telefonnummer (0 75 31) 9 97 88 75 und per E-Mail an karten@hofpeter.de.