Überraschung mitten in den Sommerferien: Die Stadt Konstanz will die Schänzlehalle nun ganz schnell mit einem Anbau versehen. Was eigentlich erst für die nächsten Jahre geplant war, soll nun schon in wenigen Wochen beschlossen werden. Das sagte der Vizechef der Kämmerei, Joachim Helff, den erstaunten Stadträten in einer Sondersitzung. Noch vor Ende der Ferien sei ein Beschluss erforderlich – aber nicht in einem weiteren außerordentlichen Treffen, sondern per Offenlage. Das heißt: Die Dokumente sind veröffentlicht, und wenn kein Rat dagegen ist, gilt der Beschluss als gefasst.

Geld aus Berlin gibt es nur für Städte, die schnell entscheiden

Denn die Bundesregierung hat ein Förderprogramm aufgelegt, in dem Kommunen beim Ausbau von Sportstätten unterstützt werden. Dieses Geld will man sich im Konstanzer Rathaus auf keinen Fall entgehen lassen. Denn erst vor wenigen Jahren hatte die Stadt sich über einen Geldsegen von zwei Millionen Euro für die Sanierung des Kinder-Kulturzentrums freuen können. Allerdings war auch diesem Fall schon klar: Die Stadt muss ebenfalls über zwei Millionen Euro beisteuern.

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Zuletzt hatte der Stadtsportverband Alarm geschlagen, dass es dramatisch an Hallenflächen für den Breitensport fehle. Einer der Gründe ist die Schließung der zum Abbruch vorgesehenen Turnhalle bei der aufgelösten Schule Zoffingen. Nun könnte eine zweigeschossige Erweiterung der Schänzlehalle (unten Gymnastik, oben Ballsportarten und Option auf weitere Zuschauerplätze bei HSG-Spielen und anderen Ereignissen) Entlastung bringen.

Baukosten wurden zuletzt auf 4,75 Millionen Euro geschätzt

Die CDU hatte bereits im April gefordert, die Verwaltung solle eine Prioritätenliste für den Ausbau der Sporthallen und -plätze vorstellen. Im Juli hatte sie dargelegt, dass die Erweiterung am Schänzle aus Sicht der Behörden auf Platz eins steht. Die Baukosten wurden vor wenigen Wochen auf 4,75 Millionen Euro geschätzt. Der TV Konstanz würde sich über die HSG beteiligen, sagte Präsident Otto Eblen, nannte aber noch keine Summe. Selbst mit dieser Beteiligung und dem Bundeszuschuss müsste die Stadt Konstanz aber wohl um die zwei Millionen Euro für das Projekt lockermachen.