Über den ursprünglichen Vorschlag der Stadtverwaltung, bis zu 150.000 Euro für Beraterleistungen bereit zu stellen, stimmte der Ausschuss (anders als geplant) gar nicht ab. Denn es hatte sich abgezeichnet, dass es dafür kaum eine Mehrheit geben würde.

Für die nächsten Schritte wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen

Oberbürgermeister Uli Burchardt ließ deshalb eine konkrete Summe für die externe Beratung aus dem Antrag streichen. Außerdem soll der Betriebsausschuss die Angebote der Berater sowohl nichtöffentlich vorgelegt bekommen, als auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit weitere Gespräche vorbereiten. In der ursprünglichen Vorlage der Verwaltung war von einer Nichtöffentlichkeit nicht die Rede.

Unklar ist, was genau die Experten untersuchen sollen und was das kosten wird. Später soll die Verwaltung dem Gemeinderat "verschiedene Szenarien für die weitere Entwicklung und Positionierung des Bodensee-Forums" vorlegen.

Die Stimmen, das Bodenseeforum abzuwickeln, mehren sich

Anlass der Debatte waren neue Schreckenszahlen fürs zweite Quartal. Während Geschäftsführer Jochen Lohmar das Haus auf Spur bringen soll, gibt es für einen wachsenden Teil des Ausschusses nur mehr eine Option: das Haus zu verkaufen oder zu verpachten. Das waren die Stimmen der verschiedenen Parteivertreter:

  • Freie Wähler: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", sagte Jürgen Faden. Er sieht trotz mehrfacher Nachbesserungen und Zuschüsse nicht das kleinste Licht am Ende des Tunnels.
  • CDU: Joachim Filleböck will dem Kongress-Haus zwar noch mehr Zeit geben, sich zu entwickeln, aber parallel die Kosten-Szenarien für einen Ausstieg untersuchen lassen.
  • Grüne: Ein deutliches Nein zu weiteren Experimenten kommt von der Freien Grünen Liste. Das Haus sei weit weg von jeder Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg, kritisierte Günter Beyer-Köhler. Die FGL sei sich einig: "Das ist ein Fass ohne Boden."
  • SPD: Jan Welsch von der SPD betrachtet die jetzigen Untersuchungsaufträge als Manöver, das Thema Bodensee-Forum bis nach der Kommunalwahl vom Tisch zu bekommen. Denn mit einer Vorlage der Berater-Ergebnisse wäre erst danach zu rechnen. Zitat: "Unkonkrete Untersuchungsaufträge ersetzen keine Politik."
  • Linke: Holger Reile regte an, die Bürger über das Haus entscheiden zu lassen.

Der OB und auch CDU-Stadtrat Roger Tscheulin wiesen auf die Konsequenzen einer Abwicklung für den Standort hin: "Wenn wir uns jetzt vom Forum verabschieden, dann auch von der Idee, dass Konstanz Kongress-Stadt ist", sagte Tscheulin. Angesichts der rund 20 Millionen Euro, die schon ins Forum investiert wurden, plädierte er für Untersuchungen, warum das Haus unter den Erwartungen bleibt, und welche Alternativen sich bieten.

CDU-Kollege Wolfgang Müller-Fehrenbach berichtete von Kommunen, die dauerhaft Zuschüsse leisten, um Kongress-Städte bleiben zu können, weil diese indirekt vom Konsum der Teilnehmer profitierten.