Begonnen hat alles in Italien. Im Süden, im Dorf mit dem Namen Satriano di Lucania. Dort wurde Vincenzo 1936 geboren, die drei Jahre jüngere Maria zog später mit ihrer Familie in den Ort. Vincenzo war mit einer Cousine Marias befreundet, so lernten sie einander kennen. Begonnen hat ihr gemeinsames Leben in dem süditalienischen Dorf Satriano di Lucania: Dort ist Vincenzo Carbonaro 1936 geboren. Die drei Jahre jüngere Maria zog später mit ihrer Familie in den Ort. Er war mit einer Cousine Marias befreundet, so lernten sie einander kennen. Am heutigen Donnerstag feiert das Paar seine Diamantene Hochzeit – 60 Jahre Ehe.

Briefe, obwohl sie Analphabetin ist

„Das waren strengere Zeiten damals. Da durfte niemand vor der Hochzeit sehen, dass man sich geküsst hat“, erinnert sich Vincenzo Carbonaro. Er ging bald nach der Verlobung für ein Jahr in die Schweiz, um in der Gastronomie und Landwirtschaft das Geld für die Hochzeit zu verdienen. Während dieser Zeit schrieb sich das Paar Briefe – und das, obwohl Maria Analphabetin ist. „Ich habe trotzdem immer verstanden, was sie geschrieben hat“, sagt der Ehemann.

Vincenzo wollte nicht zum Militär

Als Vincenzo Carbonaro erfuhr, dass er in Italien ins Militär einberufen werden würde, entschieden sie sich, nach Deutschland zu gehen. Mit ihrer damals zwei Jahre alten Tochter kamen sie 1961 nach Konstanz – und sind geblieben. Zurück nach Italien wollten sie nie. Seit 25 Jahren haben sie eine Wohnung in Fürstenberg und haben sich einen großen Freundeskreis aufgebaut.

In Italien hatten beide in ärmlichen Verhältnissen gelebt. Vincenzo Carbonaro ging nur ein paar Jahre zur Schule, bevor er anfangen musste zu arbeiten. Seine Ehefrau war eines von vierzehn Kindern. Der Vater verdiente sein Geld mit der Herstellung von Holzkohle. Mit elf Jahren musste Maria in der Landwirtschaft arbeiten, zum Lesen und Schreiben lernen blieb keine Zeit. Für Mädchen sei es damals ohnehin nicht üblich gewesen, zur Schule zu gehen.

Das Paar genießt den wohlverdienten Ruhestand

Maria Carbonaro war in Konstanz 14 Jahre lang Näherin bei der Firma Stromeyer, anschließend arbeitete sie 23 Jahre in der Produktion eines Pharmaunternehmens, für das auch ihr Ehemann im Lager tätig war. „Sie hat noch mehr gearbeitet als alle anderen“, sagt Vincenzo stolz. Maria erinnert sich: „Mein Chef hat mir auch mal gesagt, dass ich zu viel mache.“

Nachdem 1971 ihr Sohn zur Welt gekommen war, kehrte Maria Carbonaro bereits acht Wochen später in die Fabrik zurück. 1999 trat sie in den Ruhestand, Vincenzo Carbonaro drei Jahre zuvor. Seitdem genießen sie die gemeinsame Zeit. Vor zehn Jahren ist das Ehepaar anlässlich seiner goldenen Hochzeit nach Rom gereist. Für die Diamantene Hochzeit haben sie keine Reise geplant. Alter und Gesundheit fordern ihren Tribut.

"Es braucht einfach Geduld und Liebe"

Stattdessen feiern sie am Donnerstag mit einem Gottesdienst im Münster und am Samstag mit Familie und Freunden in einem Restaurant. „Die letzten zehn Jahre sind schnell vorbei gegangen. Vielleicht schaffen wir ja nochmal zehn“, sagt Vincenzo Carbonaro mit einem Augenzwinkern. „Ein Rezept, wie man so lange glücklich miteinander bleibt, gibt es nicht. Es braucht einfach Geduld und Liebe.“ Seine Ehefrau fügt hinzu: „Man muss den anderen respektieren und einander vertrauen. Ohne Vertrauen geht es nicht.“