Das Europäischen Kulturforum Mainau, Richard-Wagner-Verband Konstanz und der Internationalen Bodenseeclub verpflichteten drei junge Künstlerinnen für ein Kammerkonzert im Weißen Saal von Schloss Mainau. Die Musikerinnen, 21 und 22 Jahre jung, europaweit unterwegs auf Lerntour, konzertierend und bepreist, zogen zahlreiche Besucher an, die ein staunenswert reifes Spiel erlebten.

Das "Wandel-Klaviertrio", entstanden an der Freiburger Musikhochschule, leitet seinen Namen von musikalischer Wandlungsfähigkeit her, die es in den drei Werken von Mozart, Schubert und Ernest Chausson – ein französischer Spätromantiker – üppig einlöste. Mozarts G-Dur-Klaviertrio mit sprunghaftem Start des Kopfthemas und dominanter Klavierführung, mehr hervortretender Violine und Cello im Mittelsatz-Andante und reizendem Rondo-Variationsliedchen – die Musikerinnen zeigten, wie durchdacht sie zusammenspielen, wie intensiv sie in die Musik hineindenken, mit wieviel Musizierfreude sie ausgestattet sind: die Freiburger Geigerin Milena Wilke, die elsässische Cellistin Marie Viard und die taiwanesische Pianistin Shih-Yu Tang.

In Franz Schuberts formal sinfonischem Streichtrio B-Dur wechselte die Pianistin zur Viola hinüber, und die drei Streicherinnen fanden zu weichem Melos, kosteten die herrlichen Erkennungszeichen Schubertscher Melodiefortspinnung – etwa die Tonarten-Übergänge – in großem Ton aus, intensivierten, wo nötig, den Saitendruck, ließen feine Motivverarbeitungen herrlich klingen, finales Volksliedthema mit Aufbegehren singen.

Mit Chaussons Klaviertrio war die virtuoseste Variante des wandelbaren Spiels gefordert, nämlich sprunghafte Ausdrucksmusik. Die Trio-Künstlerinnen spielten mit Bravour, holten mächtige Satzaufbauten heraus, behielten klangliche Balance; ob Kantilene à la Chopin, düstere Chromatik oder, in impressionistischen Debussy-Anklängen, flirrende Akkordik: ein durch und durch schweres Werk, hervorragend beherrscht und final lange und mit Bravorufen beklatscht.