Konzil, Hirsch-Apotheke, Schnetztor, Rheintortum oder Hotel Barbarossa: An einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt kann man sich seine eigene Konstanzer Altstadt zusammen stellen. „Bei uns wird alles von Hand gemacht“, erzählt Grazvydas Zegulis. „Bei uns wird nicht gegossen und auch nichts maschinell hergestellt.“

Der 57-Jährige ist Geschäftsführer einer Keramik-Manufaktur im litauischen Panevežys. 44 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Sie produzieren historische Gebäude aus ganz Europa. An seinem Stand ganz hinten am Gondelehafen finden sich neben den Konstanzer Gebäuden beispielsweise das Schwabentor Freiburg, das Nürnberger Albrecht-Dürer-Haus oder das Holstentor aus Lübeck.

In der Mitte der Nachbau des Konzils.
In der Mitte der Nachbau des Konzils. | Bild: Oliver Hanser

„Ich liebe Deutsche Weihnachtsmärkte“

Der einstige Lehrer für Physik und Mathematik kam Anfang der 90er Jahre erstmals nach Deutschland – und verliebte sich in die Weihnachtsmärkte. „Die gab‘s damals ja nur hierzulande. So stimmungsvoll und so schön.“

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Er beschloss, seinen Lehrerjob an den Nagel zu hängen, historische Häuser im Kleinformat selbst herzustellen, auf Messen zu vertreiben und auf Märkten direkt zu verkaufen. Als er erstmals in Konstanz mit einem Stand vertreten war, entdeckte er die Schönheit der Stadt am See und begann, die Gebäude zu studieren und in der Heimat nachzubauen.

Das Schnetztor.
Das Schnetztor. | Bild: Oliver Hanser

Räucherfiguren und Windlichter

Immer wieder bleiben Marktbesucher bei ihm stehen und begutachten seine stimmungsvollen Produkte. Nicht nur Häuser finden sich hier, auch Tiere oder Menschen aus Keramik; einige als Räucherfiguren, andere als Windlichter. In den größeren Werken sorgen flackernde Kerzen im Inneren für eine authentische Stimmung.

Das Logo der litauischen Firma.
Das Logo der litauischen Firma. | Bild: Oliver Hanser

Das Barbarossa wird am liebsten gekauft

Welches Konstanzer Gebäude ist am beliebtesten? „Das Barbarossa, ganz klar“, sagt Grazvydas Zegulis. „Die Belegschaft des Hotels war auch schon bei mir, um sich ihren Arbeitsplatz im Kleinformat anzusehen.“ Das Barbarossa ist neu in seinem Sortiment. Jedes Jahr fragt er Besucher, welches Haus er für den Markt in kommenden Jahr ins Programm aufnehmen soll. Noch steht nicht fest, welches das im Jahr 2020 sein wird.

Der Rheintortum.
Der Rheintortum. | Bild: Oliver Hanser

Die Produktion des Konzils beispielsweise dauert rund acht Tage. „Zunächst wird der Komplex ein Tag lang modelliert“, erklärt der Litauer. „Dann muss die Keramik eine Woche lang trocknen und anschließend bei 1000 Grad gebrannt werden.“ Danach kommt die Glasur auf die Keramik, bevor es noch einmal für acht Stunden bei 1000 Grad in den Ofen geht. „Erst dann ist das Konzil fertig. Es steckt also sehr viel Arbeit darin.“