Das junge Jahr 2020 steht im Konstanzer Doppelort ganz im Zeichen versäumter Chancen und der Abarbeitung von Altlasten aus dem vergangenen Jahr. Die hochfliegenden Träume für eine Neugestaltung der Ortsmitte Dettingen haben einen gehörigen Dämpfer erhalten.

Neues Feuerwehrhaus für Dettingen am Moosweg

Dettingen wird neben Dingelsdorf, Litzelstetten und Allmannsdorf ein neues Feuerwehrhaus bekommen. Es soll am Standort der alten Tennishalle am Moosweg entstehen. Die Planung beginnt dieses Jahr. Dafür sind 100.000 Euro vorgesehen. Alle vier Gebäude sollen binnen der kommenden zehn Jahre verwirklicht werden.

Die Kameraden der Dettinger Feuerwehr warten auf ihr neues Gerätehaus.
Die Kameraden der Dettinger Feuerwehr warten auf ihr neues Gerätehaus. | Bild: Nikolaj Schutzbach


11.700 Euro für Skate-Rampe vom Ortschaftsrat

Eine neue Rampe soll die Dettinger Skateanlage aufwerten. Im Frühjahr hatten drei Jugendliche eine konkrete Erweiterungsidee vorgestellt und begonnen, hierfür Geld zu sammeln. Im Herbst beschloss der Ortschaftsrat, mit rund 11.700 Euro den Hauptteil der Finanzierung zu übernehmen.

Jugendliche zahlen selbst mit, Stadt hilft auch

Rund 3500 Euro steuern die drei Jugendlichen bei, die sie durch Spenden und verschiedene Aktionen zusammengetragen haben. Der Rest von 4800 Euro soll aus überplanmäßigen Mitteln des städtischen Haushalts kommen. Die Erweiterung besteht aus zwei Teilen: einer Minipipe und einem Quarter, der das Befahren von der Seite her ermöglicht.

Hoffnung auf neuen Wohnraum

Ein Blick nach Wallhausen. Bereits im Frühjahr 2018 erfolgte für das Neubaugebiet Ziegelhütte der Aufstellungsbeschluss. Im ersten Halbjahr 2019 hätte ein Wettbewerb stattfinden und der Bebauungsplan verabschiedet werden sollen.

29 Wohnungen und 22 Reihenhäuser

Beim Neubaugebiet Brühläcker läuft ein Vergabeverfahren der zwei Baufelder für Baugemeinschaften. Geht alles glatt, dann könnte im Laufe des Jahres ein erster Kaufvertrag geschlossen werden. Die Wobak überarbeitet den Plan für 29 Wohnungen im Geschosswohnungsbau und 22 Reihenhäuser. Das Bebauungsplanverfahren wird mit einer erneuten Offenlage weitergeführt, kündigte die Stadtverwaltung an.

Wohnhäuser auf Brunnenhalde „nicht finanzierbar“

Nach der parlamentarischen Sommerpause war bekanntgegeben worden, dass sich die Wobak zum überwiegenden Teil aus dem Bauprojekt Ortsmitte Dettingen – Dorfplatz/Brunnenhalde – zurückzieht. Deren technischer Leiter Thomas Gerwatowski hatte verkündet, dass sein Unternehmen die Brunnenhalde nicht und das Seniorenwohnen nur in deutlich verkleinertem Umfang verwirklichen werde. Es sei schlicht zu teuer.

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Warten auf den Dorfplatz

Nun wartet die Dorfgemeinschaft auf die erforderliche Neuplanung, insbesondere auf die Gestaltung des Dorfplatzes, der mindestens in seiner jetzigen Größe fortbestehen könnte. Die bisherigen Planungen hatten eine Verringerung der Fläche auf etwa die Hälfte vorgesehen. Zugleich sollte er zu einem Generationenplatz umgewidmet werden.

Brunnenhalde: Was wird aus dem Parkplatz?

Nach der Vorstellung der Stadtverwaltung könnte die Brunnenhalde von Baugemeinschaften erschlossen werden. Die Um- und Neuplanung hat auch Auswirkungen auf den Stellplatzbedarf. Außerdem ist nicht geklärt, was mit dem bisherigen Parkplatz geschehen soll, der in der ursprünglichen Wobak-Planung von der Seniorenwohnanlage hätte überbaut werden sollen.

Bürgerinitiative gegen Bau – mit einer Ausnahme

Die Bürgerinitiative Ortsmitte Dettingen bleibt bei ihrer Forderung, dass die Brunnenhalde nicht bebaut werden soll. Sie schlägt stattdessen eine Freiflächennutzung vor, etwa einen Spielplatz, einen Schulgarten, eine Fläche für Jugendliche oder Streuobstwiesen. Den Bau einer Seniorenwohnanlage, so die BI, würde sie aber befürworten.

Chancen für Bürgerhaus stehen gut

Den dringendsten Bedarf sehen die Dettinger bei der Umgestaltung des alten Schulhauses in ein Bürgerhaus sowie den Bau einer Tiefgarage unter dem Schulhof, der dann neu und multifunktionell gestaltet werden soll. Beide Baumaßnahmen hätten bereits im vergangenen Sommer beginnen sollen.

Das alte Schulhaus in Dettingen soll zum Bürgerhaus umgebaut werden.
Das alte Schulhaus in Dettingen soll zum Bürgerhaus umgebaut werden. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Nun hoffen die hauptsächlich betroffenen Vereine, die Narrenzunft Moorschrat und der MV Dettingen-Wallhausen, dass es nach einjähriger Verzögerung endlich losgeht. Ein Blick in den Nachtragshaushalt für 2020 stimmt optimistisch. Für die 40 Stellplätze in der Parkgarage Bürgerhaus sind eine halbe Million Euro eingestellt. Für das Bürgerhaus selbst sind 825.000 Euro vorgesehen.

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