Das Projekt ist der Freien Grünen Liste (FGL) ein Dorn im Auge. Großer Streitpunkt ist das Parken am Hotel Waldhaus Jakob, das Eigentümer Winfried Kountz umbauen und erweitern möchte. Frühestens im Jahr 2019 sollen 40 neue Zimmer errichtet sein, seine Gäste dürfen aber keine Tiefgarage erwarten. Diese hatte die FGL bis zuletzt gefordert, wegen einer Umplanung verzichtet Kountz darauf.

Dabei war die Tiefgarage eine zentrale Forderung an den Hotelier, die er in die Ausschreibung eines Architekturwettbewerb einfließen ließ. 48 Stellplätze sollten künftig unterirdisch bereit stehen, doch daraus wird nichts. Die Hotelgäste werden ihre Fahrzeuge auf Parkplätzen oberirdisch auf dem Gelände entlang der Eichhornstraße abstellen.

Da halfen auch drei Gegenstimmen der FGL im Technischen und Umweltausschuss bei einer Enthaltung von Anke Schwede (Linke) nicht. Sieben Mitglieder stimmten für den nächsten wichtigen Schritt zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Im Frühjahr, hofft Winfried Kountz, sollen die Bauarbeiten beginnen.

Eine Million Euro mehr als geplant

Hatte er im August 2015 noch mit einer Eröffnung im Jahr 2017 sowie einer Investition von vier bis fünf Millionen Euro gerechnet, kalkuliert Kountz heute mit einer Million Euro mehr: "Es werden mit Sicherheit sechs Millionen Euro." Änderungswünsche, Umplanungen, die gestiegenen Baupreise, Ausgleichsmaßnahmen führten zu der Kostensteigerung, erklärt er weiter.

Am Ende sollen es 75 Hotelzimmer sein, bei denen Kountz wie auch die Bädergesellschaft Synergien sehen. Die Therme nahe dem Waldhaus Jakob und der Herbergsbetrieb sollen einander touristisch noch mehr ergänzen.

Warum fällt Tiefgarage weg?

Ein weiterer Kritikpunkt der FGL sei gewesen, dass der Neubau im Westen zu lange werde. Kountz und das Architekturbüro Rogg hätten darauf reagiert und den Baukörper um zwölf Meter gekürzt – die weg gefallenen zwölf Zimmer kämen nun mit einem Zimmer weniger in einer unterirdischen Etage unter. Dieses Tiefparterre öffnet sich zur Seeseite hin. "Darunter kann man nicht noch eine Tiefgarage bauen", sagt Winfried Kountz im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Auf diese besteht die FGL, "aus ökologischen Gründen", erklärte Peter Müller-Neff in der betreffenden Ausschusssitzung. Die Stadtverwaltung betont auf Anfrage: "Von der Unterbringung eines Teils der Stellplätze in einer Tiefgarage wurde wegen des schlussendlich größeren Eingriffs Abstand genommen."

Das Gelände auf dem Waldhaus Jakob ist in Eigentum der Spitalstiftung, diese hat es in Erbpacht an Winfried Kountz und dessen Waldhaus Jakob Besitz Gesellschaft vergeben.

Angesichts der oberirdischen Parkplätze sind dem Hotelchef ökologische Gesichtspunkte durchaus wichtig, wie er erklärt. Wo möglich, solle die Natur belassen werden.