Der Weg zum weiteren Ganzjahresbetrieb des Palmenhauses am Schloss der Insel Mainau ist geebnet. Nach dem Ortschaftsrat hat auch der Gemeinderat dem Antrag zugestimmt, die Blumeninsel bis 2028 von der Pflicht zu lösen, das Haus über die Sommermonate abzubauen. So war es beim Bau im Jahr 1998 festgelegt, aber Dank einer Reihe von Sondergenehmigungen nicht umgesetzt worden. Das als Winterschutz für exotische Pflanzen und als Veranstaltungsfläche genutzte Haus ist wegen seiner Lage umstritten. Es verstellt den Blick aufs historische Ensemble Schloss und Kirche. Die Mainau stellt die Verlagerung nach 2028 in Aussicht, wenn das Haus wirtschaftlich abgeschrieben ist.

Im Gemeinderat scheiterte die Freie Grüne Liste mit dem Antrag, die Dauerverlängerung auf drei bis fünf Jahre zu verkürzen (9 Ja-Stimmen, 24 Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen). "Das Palmenhaus muss nicht nochmals zwölf Jahre stehen", sagte FGL-Stadtrat Peter Müller-Neff. Die Mainau könne auch jetzt schon eine Alternative entwickeln. Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn dagegen sprach sich für Qualität statt Geschwindigkeit aus. Denn das Projekt erforderte umfangreiche Untersuchungen und das Aufstellen von Bebauungsplänen. Auf die Schnelle sei das wegen anderer Bau-Projekte in Konstanz durch die Verwaltung sowieso nichts zu machen.

CDU-Stadtrat Matthias Heider warb für die Verlängerung, damit der Wirtschaftsbetrieb Mainau Planungssicherheit habe. Jürgen Ruff (SPD) betrachtet es als sinnvoll, der Mainau jetzt Zeit für das Entwickeln einer guten Alternative zu bieten. Für die Freien Wähler sagte Jürgen Faden, sie seien in der Palmenhaus-Frage gespalten. Ihm komme das ganze Verfahren wie Schacherei auf dem Bazar vor. Für Holger Reile (Linke) kommt eine weitere Verlängerung nicht in Frage. Er sagte, es dürfe keine Lex Mainau geben. Bei neun Enthaltungen und zwei Gegenstimmen (Holger Reile, Linke, und Anselm Venedey, Freie Wähler) sowie 24 Ja-Stimmen wurde die Verlängerung beschlossen.