Es war ein verheerendes Bild, das sich am 23. Dezember 2010 in der Altstadt bot: ein eingestürztes Haus, nachdem sein Holzgerüst ein Raub der Flammen geworden war. Eine brennende Kerze hatte den Brand ausgelöst. So etwas soll sich nicht wiederholen, schon gar nicht ausgelöst durch einen Silvesterkracher. Aus diesem Grund war es eine logische Konsequenz der Stadtverwaltung, ein eigenes Böllerverbot für die Silvesternacht in der Altstadt zu erlassen – und daran festzuhalten.

Es mag bei manchem Feierenden auf wenig Verständnis stoßen, und die Stadtverwaltung gilt bei ihm als Spielverderber; als eine Behörde, die dem Start ins neue Jahr Steine in den Weg legt; als eine Obrigkeit, die ihre Bürger gängelt; als spaßbefreite Büroleute. Das spiegelt sich in regelmäßigen Verstoß gegen das städtische Böllerverbot wider. Auch wenn das Bürgeramt, wie dessen Leiter Hans-Rudi Fischer betont, noch nicht zu den drastischsten Strafen greifen musste, die regelmäßige Missachtung ist aber da. Die davon ausgehende Gefahr dürfte bei Feiernden nur verschwommen bis verzerrt vor dem geistigen Auge erscheinen.

Sie wie all jene, die doch im historischen Schatz der Stadt eine Rakete zünden wollen, müssen sie sich im Klaren sein, dass sie auch Verantwortung tragen. An solchen Massenereignissen wie Silvester ist jeder einzelne in der Pflicht, auf das Allgemeinwohl zu achten. Dass sich Lärm und Scherben einerseits in Grenzen halten, dass aber auch Spaßbringer wie Feuerwerke keinen Schaden anrichten. Alles andere ist mehr als grob fahrlässig.