Dieses Mal klappt es: Nachdem 2017 die Freiluft-Inszenierung der großen Oper "La Juive" nicht zustande kam, ist am Premierentermin in genau einem Monat nicht mehr zu rütteln. Denn die Proben mit einem internationalen Künstlerensemble haben, wie die Konzilstadt Konstanz mitteilt, bereits begonnen. Damit scheint sichergestellt, dass ab 14. Juni die letzte große Veranstaltung im Rahmen des Konziljubiläums wie geplant über die Bühne gehen kann.

Gespielt wird an mehreren Orten in der Stadt, das Publikum wandert

Wobei: Bühne ist, zumindest wenn das Wetter mitspielt, nicht das Podium in einem Saal, sondern eigentlich die ganze Stadt. Damit knüpfen die Macher rund um Regisseur Johannes Schmid bewusst das Thema der Oper auf. Das 1835 uraufgeführte Werk von Jacques F. Halévy und Eugène Scribe gilt als leidenschaftliches Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Toleranz. Insofern hätte es 2017 im Ramen des Konziljubiläums auch gut ins „Jahr der Religionen“ gepasst, ist aber im "Jahr der Kultur" auch nicht fehl am Platze.

Konstanzer und auswärtige Musiker, vom Vokalensemble Konstanz (Einstudierung: Steffen Schreyer) über die Südwestdeutsche Philharmonie bis zu Gesangssolisten aus zahlreichen Ländern – sie alle arbeiten an der Geschichte rund um den jüdischen Goldschmied Éléazar und seine Tochter Rachel, die sich zur Zeil des Konzils in Konstanz aufhalten und erleben, wie die Kirche einerseits um Einheit ringt, wie aber andererseits die Konflikte zwischen Christen und Juden zunehmen.

Bei schlechtem Wetter zieht die Opernproduktion in die Lutherkirche

Während die ersten Proben noch nicht an den späteren Spielorten, sondern im Kloster Hegne laufen, bereiten sich die Opern-Organisatoren auch schon auf die Umsetzung im Stadtraum vor. Die Konstanzer Altstadt dient bei der Inszenierung als Kulisse und Klangraum – das Publikum wechselt zwischen dem mittelalterlichen Wohnturm im Innenhof des Bildungszentrum, dem gotischen, heute als Concept Store genutzten Sankt Johann sowie der Lutherkirche. Bei schlechtem Wetter findet die ganze Aufführung in der Lutherkirche statt, wie die Konzilstadt mitteilt. Gesungen wird übrigens auf Französisch, der Originalsprache der Oper. Die Handlung sei aber auf jeden Fall gut verständlich, so das Versprechen.

Für Konstanz bedeutet die Aufführung von "La Juive", dass zwei große Freiluft-Theaterproduktionen gleichzeitig stattfinden. Nur acht Tage nach der Premiere der Oper hat das Theater seine Premiere auf dem Münsterplatz angesetzt. Dort wird dieses Jahr "Cyrano von Bergerac" gespielt, an mehreren Abenden laufen die beiden Stücke sogar parallel und in direkter Nachbarschaft. Während das Theater seinen aus dem eigenen Etat finanzierten "Cyrano" 26 Mal auf dem Spielplan hat, bleibt es für die von der baden-württembergischen Landesstiftung stark geförderte Oper "La Juive" bei elf Aufführungen.

 

Karten und Termine

"La Juive" hat Premiere am Donnerstag, 14. Juni, um 19 Uhr. Weitere Aufführugen sind am 16., 18., 20., 24., 26. und 28. Juni sowie am 1., 4., 7. und 9. Juli vorgesehen. Sie beginnen jeweils um 19 Uhr im Innenhof des Kulturzentrums. Karten für 48 Euro (ermäßigt 28 Euro) gibt es an allen Vorverkaufsstellen der Südwestdeutschen Philharmonie und über deren Internetseite: www.philharmonie-konstanz.de