"Es ist ein geniales Geräusch, wenn ein Starterfeld an dir vorbeiheizt; die singenden Reifen und die surrenden Ketten, vervielfacht durch die zahlreichen Teilnehmer", beschreibt Heiner Knittel, Präsident des Velo- und Motorfahrer-Clubs Konstanz (VMC), das Flair des traditionellen Cityradrennens. Etwa 250 Rennradfahrer verschiedener Alters- und Leistungsklassen gehen am Sonntag, 3. Juni, ab 11 Uhr auf der Konstanzer Laube an den Start. Doch nicht nur ernsthafter Radrennsport wird geboten. Heiner Knittel freut sich schon auf das Gaudi-Turnier "Constanzer Wagenradrennen" und das Laufradrennen.

Nachfrage deutlich größer als die Zahl der Startplätze

Das Wagenradrennen steht weit oben auf der Beliebtheitsskala. "Die Leute haben sich um die Startplätze gerissen. Die Nachfrage ist groß, aber mit 18 Teams ist das Rennen ausgebucht", stellt Heiner Knittel fest. Dass das spektakuläre Gaudi-Turnier so begehrt ist, freut Knittel, denn gemeinsam mit Daniel Bensberg, regionaler Verkaufsleiter des SÜDKURIER, hat er im vergangenen Jahr die neue Disziplin erfunden. Impulsgeber waren die neu eingeführten Lastenfahrräder. "Damit fahren wir ein Gaudi-Rennen", beschlossen Heiner Knittel und Daniel Bensberg kurzerhand. Das Konzept: Mehrere Lastenfahrräder gehen an den Start. Jedes Rad wird von einem Zweier-Team gefahren – einer tritt in die Pedale, der andere macht es sich in der Transportbox gemütlich. Nach einer Runde werden die Positionen getauscht.

Den fantasievollen Initiatoren war dies allein nicht genug. Zum einen wollten sie dem Publikum zusätzlich etwas fürs Auge bieten, zum anderen legten sie Wert auf taktische Finessen. Bensberg dachte sofort an die Wagenrennen à la Ben Hur. Sofort war er sich mit Heiner Knittel einig: Die Teams müssen in Verkleidung an den Start und dürfen die Gegner mit Wasser nass machen. Die Premiere im vergangenen Jahr kam so gut an, dass gar nicht alle angemeldeten Teams – von Bodensee bis Schwarzwald – an den Start gehen können.

Spaßrennen soll eine richtige Wasserschlacht werden

Umrahmt von ambitionierten, ernsthaften Radrennen, startet das Wagenradrennen mit zwei Vorrunden und gipfelt im Sieger-Corso der glorreichen Sieben. Die Runden werden auf die Obere Laube begrenzt, damit die Zuschauer noch mehr Wechsel, Spannung und Gaudi erleben. In den Fan-Kurven dürfen sich die Zuschauer ins Renngeschehen einmischen, wie Bensberg betont: "Es soll eine richtige Wasserschlacht werden, getreu dem Motto: Je mehr Wasser – desto nass." Deshalb fordert er auch die Wagenradfahrer auf, ihre Ausstattung – was Verkleidung und Wasserschlachtmaterial anbelangt – noch aufwendiger zu gestalten. "Da ist noch Luft nach oben." Die Blue-Men-Group des SÜDKURIER tüftele bereits, auch wenn sie nicht wie James Bond über einen genialen Erfinder à la Q verfüge, wie Daniel Bensberg verrät. Heiner Knittel jedenfalls ist überzeugt: "Das Wagenradrennen wird interessant, amüsant und noch spektakulärer."

Wichtig ist Heiner Knittel in jedem Fall, die Lust am Fahrradfahren und am sportlichen Rennradfahren zu wecken – auch schon bei den Kindern. Deshalb ermuntert er alle Eltern mit Kleinkindern zur Teilnahme am Laufradrennen, das um 14 Uhr startet. "Ich finde es immer schön, wenn die ganz kleinen Kinder mit ihren Laufrädern über die Laube flitzen und die Väter hinterherrennen, damit nichts passiert", sagt Heiner Knittel schmunzelnd.