Konstanz Christuspfarrei hat mit Karsten Beekmann wieder einen Pfarrer

Der 40-Jährige, der aus Ostfriesland stammt, hat sich vorgenommen, die Menschen neugierig auf Kirche zu machen. Er möchte auch unkonventionelle Formen des Gottesdienstes ausprobieren. Auf die Gemeinde freut er sich.

Die lange Zeit der Vakanz ist endlich vorbei. Seit Anfang des Monats ist Karsten Beekmann Pfarrer der Christuspfarrei. Er löst damit Ulrich Zimmermann ab, der vor rund zwei Jahren nach Rastatt wechselte. Während dieser Zeit sprang Dekanin Hilturd Schneider-Cimbal ein, die zugleich Pfarrerin der Johannespfarrei ist. Beide Pfarreien bilden zusammen die evangelische Kirchengemeinde Konstanz-Wollmatingen mit rund 3500 Gemeindemitgliedern. Zu ihr gehört auch das Kinderhaus Albert Schweizer.

Karsten Beekmann stammt aus Ostfriesland, wo er in der Gemeinde Aurich-Walle zehn Jahre lang als Pfarrer wirkte. "Der Abschied war wehmütig, aber es war an der Zeit", erklärt er. Die Gemeinde hier sei etwas größer als seine vorhergehende. Als Abschiedsgeschenk gab es einen Strandkorb, der ihm ein bisschen Heimatgefühl vermittelt. "Momentan lebe ich noch in zwei Welten. Aber wir sind schon da. Die Seele muss noch nachkommen", beschreibt er sein Gefühl. Hier habe er schon die Aufbruchsstimmung bemerkt. Konstanz hätten sie schon als Stadt entdeckt, seien beim Baden gewesen und Fahrrad gefahren. Auch wenn Konstanz "weit draußen" sei, gefalle ihm die Region und die Nähe zur Schweiz.

Der 40-Jährige ist verheiratet. Ehefrau Valerie ist Studienrätin am Suso-Gymnasium. Ihre beiden Kinder Lois und Joah sind drei beziehungsweise fünf Jahre alt. Als Hobbys nennt er Fußball und an Oldtimer-Motorrädern schrauben. "Mein Vater ist Kraftfahrzeugmeister." Schon als Schüler habe er als Dachdecker gejobbt. "Da war Zuverlässigkeit gefragt, das hat mich geprägt", erzählt Beekmann. Später übernahm er auch Jobs als Bestatter und bei VW. "Meine Eltern haben das Christentum vorgelebt. Während des Zivildienstes war ich sehr fragend", erzählt Karsten Beekmann, warum er Pfarrer geworden ist. Aber schließlich sei er davon überzeugt gewesen. Beekmann gibt zu, dass es immer wieder kleine Rückschläge gab. "Der dortige Pfarrer hat mich ermutigt."

Theologie habe er in Bethel und Tübingen studiert. Dort lernte er seine spätere Frau kennen. Nach dem Studium schloss er in Tübingen ein Praktikum in der Jugendarbeit an. Ein Vikariat in Isernhagen-Kirchhorst in der Region Hannover schloss sich an, daran die erste Pfarrstelle in Aurich-Walle. "Meine erste große Liebe", sagt er scherzend. Dort war er auch als Notfallseelsorger tätig.

"Die ökumenische Perspektive hier ist gut. Das war uns wichtig", erläutert Karsten Beekmann, was ihn bewogen hat, nach Konstanz zu ziehen. "Mir ist wichtig, junge Menschen zu erreichen, Familien anzusprechen, und Menschen neugierig machen. Kirche ist ein Ort, wo wir gerne sind", ergänzt er. "Hier gibt es eine mündige und aktive Gemeinde", berichtet er. "Ich wurde sehr herzlich willkommen geheißen".

Er wolle etwas Neues wagen. Er möchte die Menschen kennenlernen und entdecken, wo sich neue Formen der Kirchenarbeit finden lassen. Er könne sich andere Arten von Gottesdiensten mit Beteiligungen vorstellen, die nicht mit Kirche in Verbindung gebracht würden. "Ich mag Freizeiten und mit anderen unterwegs sein. Ich will die Mitarbeiter stärken, eventuell ein Traineeprogramm anbieten. Ich muss überlegen, was der Kirchengemeinde gut tut", fasst er seine Ideen zusammen. Er freue sich auf die jährliche Seetaufe. An der Grundschule Wollmatingen ist Beekmann als Religionslehrer tätig.

Hier gebe es zudem viele zugezogene Protestanten, die er erreichen möchte. "Kontakte, Köpfe und Beziehungen – darüber geht Kirche", betont Karsten Beekmann.

Zur Person

Karsten Beekmann gehört nach wie vor zur Hannoverschen Landeskirche. Er ist dort beurlaubt und gewissermaßen an die Landeskirche Baden ausgeliehen. Trotzdem sieht er die Stelle in der Christuspfarrei als langfristiges Engagement. "Irgendwann muss ich zurückgehen", erklärt er. Zu seinem hauptberuflichen Team gehören Diakonin Claudia Tissler-Buhr, die Jugendreferenten Judith Bojert und Benjamin Bakis sowie Büromitarbeiterin Petra Böckmann. (nea)

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