Sie bollern und blubbern, die Motoren in der Konstanzer Innenstadt. Dort, wo bald weniger Autos fahren sollen, stellen derzeit noch regelmäßig Menschen zur Schau, was sie an PS und Lautstärke auf die Straße bringen können.

Die CDU-Gemeinderatsfraktion reagiert darauf jetzt mit einem Antrag an die Stadtverwaltung.

Was ist das Problem?

Demnach haben Bürger aus der Innenstadt Autos und Motorräder gemeldet, „deren Auspuffanlagen offensichtlich so manipuliert wurden, dass diese übermäßig laut sind und offensichtlich nicht den rechtlichen Vorgaben entsprechen“. Gerade in den Abendstunden sorge das für eine „erhebliche Lärmbelästigung“.

Welche Stadtgebiete sind betroffen?

Laut Stadtrat Matthias Heider seien vor allem die Bodanstraße und Bahnhofplatz betroffen. „Aber ich erlebe persönlich Ähnliches in der Radolfzeller Straße, und auch auf der Europastraße sind aufgemotzte Autos unterwegs“, ergänzt er.

Ein Antrag

Sein Antrag: Die Verwaltung soll prüfen, ob es für Ordnungsamt und Polizei rechtliche Möglichkeiten gibt, gegen die Lärmbelästigung vorzugehen. Das Beispiel Singen zeige, was möglich ist. Dort wird die besonders aktive Tuningszene bereits seit Jahren verstärkt kontrolliert.

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Was kann die Polizei gegen Tuner in der Innenstadt machen?

„Kontrollen finden besonders in der Bodanstraße und am Bahnhofplatz auch in Konstanz statt, vor allem im Sommer“, sagt Bernd Schmidt, Sprecher der Polizei Konstanz. Anders als Singen gebe es in Konstanz aber vor allem Poser, an deren Autos zwar rechtlich nichts auszusetzen seien, die aber ihre lauten Motoren aufheulen lassen. Die Straßenverkehrsordnung biete zwei Hebel, um gegen Poser vorzugehen. Unnütz mit einem Fahrzeug hin- und herzufahren oder damit unnötig für Lärm zu sorgen, sind Ordnungswidrigkeiten.

Die Bußgelder halten sich mit zehn bis 20 Euro allerdings in Grenzen.

Eine weitere Hürde ist die Nachweisbarkeit dieser Vergehen. „Eine Streife muss die Vorfälle entweder selbst beobachten oder Zeugen müssen es melden“, erklärt Schmidt. In unregelmäßigen Abständen komme dies in der Innenstadt und Petershausen vor. Mitunter setze die Polizei daher auf zivile Wagen.