Die Personalquerelen am Bodenseeforum sind noch nicht ausgestanden, und die Neubesetzung der Geschäftsführung wird auf jeden Fall teuer: Das ist seit der Sitzung des Betriebsausschusses für das städtische Veranstaltungs- und Tagungshaus nun auch von der Stadtverwaltung bestätigt. In öffentlicher Sitzung erklärte Thomas Traber, Personalchef der Stadtverwaltung, der Gemeinderat habe in nichtöffentlicher Sitzung eine "einvernehmliche Trennung" beschlossen – das Arbeitsverhältnis endet also nicht mit einer Kündigung in der Probezeit, sondern mit Zahlung einer Abfindung. Über deren Höhe sagte Traber nichts; auch die Nichtaufnahme einer Probezeit-Regelung in den Geschäftsführer-Vertrag wurde nicht öffentlich diskutiert. Stadträte bestätigen aber, dass eine solche Klausel nicht eingefügt wurde – manche sagen, absichtlich, andere sprechen von einem "Kunstfehler".

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Traber bestätigte auch, dass der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Thomas Karsch über eine Personalberatungsfirma, also einen Headhunter, erfolgen soll. Man habe die "Direktansprache" gewählt und auf eine öffentliche Ausschreibung der Stelle verzichtet, so Karsch. Eine Vorauswahl soll eine Kommission des Gemeinderats noch in diesem Jahr treffen, die endgültige Entscheidung stehe im ersten Quartal an. Besetzt werde die Stelle dann "zum 1. Juni oder 1. Juli". Die Kosten für die Rekrutierung stehen noch nicht fest; der Quartalsbericht vermerkt aber wörtlich: "Aufgrund der unvorhergesehenen personellen Entwicklung im Bereich der Geschäftsführung ist davon auszugehen, dass der Ansatz der Personalkosten nicht gehalten werden kann und hier Mehrkosten entstehen werden."

Friedhelm Schaal, der das Haus als früherer Projektleiter sehr gut kennt und nun vorübergehend führt, räumte ein, dass es weitere Baustellen beim Personal gibt. Die Positionen Veranstaltungsmeister und Assistenz der Geschäftsführung würden aber in den nächsten Wochen besetzt. Auch die technischen Kinderkrankheiten würden Schritt für Schritt beseitigt. Wegen des engen Zeitplans habe das Bodenseeforum ohne Anlaufphase in den Vollbetrieb gehen müssen. Die wegen Engpässen bei den Handwerkern noch unvollendete Westfassade werde noch vor Weihnachten fertiggestellt.

Positiv werten Schaal und OB Uli Burchardt die Resonanz auf das Haus. 30 000 Besucher seien seit Ende Oktober durch dessen Türen gegangen, 15 000 allein am Eröffnungswochenende. Auch der Ablauf selbst großer Partys habe sich deutlich verbessert. "Ich denke, dass wir einen sehr guten Start hingelegt haben", sagte Schaal. Die Toiletten seien auf 1100 Besucher ausgelegt, Engpässe bei Veranstaltungen mit 2000 Gästen seien unvermeidlich. Für das Jahr 2017 sei die Buchungslage erfreulich: 57 Veranstaltungen seien fest gebucht, für 45 weitere gebe es vertraglich abgesicherte Optionen.