Kein Banküberfall, aber ein schwerer Überfall in Räumen einer Bank: Ein 20-Jähriger steht unter dringendem Tatverdacht, in der Nacht zum Mittwoch eine obdachlose Frau im Schlaf überfallen zu haben. Sie zog sich im anschließenden Gerangel eine lebensgefährliche Verletzung zu.

Blutspuren auf dem Pflaster an der Ecke Wessenbergstraße und Stephansplatz sowie große Mengen von Blut im Schalterraum mit Automaten. Passanten und Kunden der Bank bot sich am Mittwochmorgen ein schlimmes Bild. Die Spurensicherung der Polizei ist vor Ort. Sie vermisst, fotografiert und dokumentiert mit Zeichnungen die Spuren.

Vor der Automatenhalle einer Bank in der Altstadt wartet ein Tatortreiniger. In der Bank hatte ein heute 20-Jähriger eine schlafende Obdachlose brutal überfallen. Der Täter wurde jetzt zu einer Jugendstrafe verurteilt. <em>Archivbild: Claudia Rindt</em>
Vor der Automatenhalle einer Bank in der Altstadt wartet ein Tatortreiniger. In der Bank hatte ein heute 20-Jähriger eine schlafende Obdachlose brutal überfallen. Der Täter wurde jetzt zu einer Jugendstrafe verurteilt. Archivbild: Claudia Rindt | Bild: Rindt Claudia

Die Spuren zeugen von einer wohl skrupellosen Tat. Stunden zuvor, gegen 2 Uhr, riss ein Schrei die Obdachlose aus dem Schlaf. Sie hat ihr Nachtquartier regelmäßig in diesem Raum eingerichtet. Vor ihr sei ein Unbekannter gestanden und habe ihr mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen, geben Polizei und Staatsanwaltschaft Konstanz den bisher ermittelten Tathergang wieder. Der Mann habe die Herausgabe von Bargeld und Handy gefordert. Die 50-Jährige habe betont, nichts Wertvolles zu besitzen. Dennoch habe der Angreifer ihre Habseligkeiten durchsucht und während eines Gerangels mit diversen Gegenständen weiter auf sie eingeschlagen. Anschließend sei der Täter mit ihrer mit wertlosen Gegenständen gefüllten Handtasche geflohen.

Zurück blieb die verletzte 50-Jährige. Sie hatte sich eine stark blutende und lebensbedrohliche Verletzung am Fuß zugezogen. In welchem Moment und wie die Obdachlose die Wunde erlitten hat, konnte die Polizei noch nicht rekonstruieren. Erste Annahmen, der Angreifer habe ein Messer bei sich getragen, bestätigten sich nicht. Kurz nach der Tat ging bei der Rettungsleitstelle ein Notruf ein: an der Wessenbergstraße sei eine Frau zusammengeschlagen worden. Hilfe für die 50-Jährige war gesichert. Die Polizei konnte noch in der Nacht den Anrufer identifizieren und vorläufig festnehmen: den 20-Jährigen. In seiner Wohnung sei blutverschmierte Kleidung gefunden worden, so die Ermittler. Außerdem habe er die Beamten dorthin geführt, wo er das Diebesgut abgelegt hatte. Der Mann sei bereits wegen Handtaschenraubs vorbestraft.