Seit heute Morgen um 4 Uhr hüten sie das Feuer. Deutlich später am Vormittag ist die Stimmung gut in der Max-Stromeyer-Straße 29 am Busdepot der Stadtwerke. Hier sind 40 bis 45 Busfahrer im Streik, das sei aber nur die Frühschicht, erläutert Andreas Schackert, Landesfachbereichsleiter von der Gewerkschaft Verdi. Später werden die Mitarbeiter der Spätschicht hinzu kommen, wenn man die Kollegen bei der Fähre hinzuzähle, sei man bei mehr als 100 Personen, die mitstreiken. "Es sind dieses Mal auch Kollegen dabei, die nicht organisiert sind. Und wir bekommen viele neue Anfragen wegen einer Mitgliedschaft", sagt er.

"Was kaputt macht, ist der Verkehr in Konstanz"

Thomas Mayer erläutert die Lage der Busfahrer: "Es hängt für uns viel ab von dieser Lohnrunde", allerdings reiche die Problematik weit über das Finanzielle hinaus. "Wenn neue Kollegen drei Monate lang auf dem Campingplatz wohnen und danach wieder kündigen, weil sie keine Wohnung finden, dann leiden wir darunter", sagt er. Mit dem Gehalt sei es schwer, in Konstanz eine Familie zu ernähren. Ein ganz großes Problem aber sei die Arbeitszeitbelastung. Alle Kollegen hätten lange Schichten, von siebeneinhalb bis neun Stunden.

"Was kaputt macht, ist der Verkehr in Konstanz". Es sei sehr schwierig, den Fahrplan einzuhalten bei hohem Verkehrsaufkommen. Hinzu komme, dass freie Tage, die den Kollegen zustünden, ausfielen, weil zu wenig Personal da ist. "Wir wollen diese freien Tage nicht ausbezahlt haben, die Kollegen brauchen ihre Freizeit". Es komme vor, dass ein Busfahrer nur alle sechs Wochen ein freies Wochenende habe. Entlastung ist nicht in Sicht: "Der Job ist einfach zu unattraktiv für junge Leute", ergänzt Klaus Zamai.