Hans Kammerlander steht auf dem Dach der Welt. Alleine. Nach 16 Stunden und 40 Minuten Aufstieg zum Mount Everest schnallt er die Skier an und fährt 1996 als erster Mensch die Nordwand des höchsten Berges der Erde hinab: "Das war der stärkste Augenblick meines Lebens", sagte Kammerlander einmal bei einem Vortrag in Lindenberg im Allgäu.

Der Südtiroler stand immer ein wenig im medialen Windschatten von Reinhold Messner, hat aber nicht wenig spannende Geschichten aus tausenden von Metern Höhe zu erzählen – und scheint dabei immer bodenständig geblieben zu sein. Wer ihn live erleben möchte, hat am 23. Februar in Konstanz die Gelegenheit dazu. An der Uni erzählt der 61-Jährige um 20 Uhr mit Bildern und Videos von seinem Leben in den Bergen.

Bereits mit acht Jahren ein Gipfelstürmer

Kammerlanders erster Aufstieg liest sich wie der Beginn eines Mythos: Als Achtjähriger folgte Kammerlander, 1956 im kleinen Bergdorf Ahornach geboren, heimlich einem Touristenpaar auf den Gipfel des Großen Moosstock (3059 Meter). Damals dachte er, "hinter den Dolomiten hört die Welt auf" – und ahnte noch nicht, wie weit und vor allem wie hoch er noch kommen sollte.

Heute, fünf Jahrzehnte später, kann er viel berichten: von risikoreichen Touren im kombinierten Fels-Eis-Gelände, von steilen Hängen, atemberaubenden Begehungen, aber auch: Begegnungen. "Irgendwann fängt man an, nicht mehr nur Wände und Gipfel zu sehen, sondern auch die Menschen und die Kultur am Fuße des Berges", sagt Kammerlander.

Geschichten von Wüsten, Urwäldern und eisigen Flanken

Die Superlative hat er irgendwann hinter sich gelassen und begann ein spezielles Projekt: Die Begehung der jeweils zweithöchsten Bergen aller sieben Kontinente. Die sieben höchsten Berge haben schließlich inzwischen schon viele gemacht. Dabei liegt in den "Seven Second Summits" eine logistisch und alpinistisch viel größere Herausforderung. Der Schwerpunkt des Multimedia-Vortrags in Konstanz wird auf diesen Touren liegen.

Kammerlander berichtet dann von Wüsten und Urwäldern, von eisigen Flanken und von den Erlebnissen am K2 (8611 m) in Asien, am Ojos del Salado (6893 m) in der argentinischen Atacamawüste, am Mount Logan (5956 m) in Nordamerika, am Gora Dyckh Tau (5202 m) in Russland, am afrikanischen Mount Kenia (5199 m), am Puncak Trikora (4730 m) im Urwald von Papaneuguinea und am eisigen Mount Tyree (4852 m) in der einsamen Antarktis.

 

Die Tickets kosten 24 Euro und gibt es unter www.reservix.de sowie www.expeditionleben.com. SÜDKURIER-Abonnenten bekommen die Tickets ermäßigt für 21,60 Euro unter der Telefonnummer 0800/999-1777 (gebührenfrei).