Mit dem Rad sicher und flott vom Zentrum zur Fähre: Wer wollte das nicht gut heißen? Der Radweg an der Mainaustraße genügt dem heutigen Verkehr schon lange nicht mehr, und viele Einmündungen machen das Radeln dort mühsam und riskant. Insofern ist die vorgeschlagene Route durch ruhige und flache Nebenstraßen zweifellos ein Gewinn für Einheimische, Pendler und Touristen auf Bodensee-Umrundung. Doch ob es für diese Verbesserung wirklich 1,8 Millionen Euro aus Steuermitteln braucht, ist fraglich.

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Denn die geplante Radroute gibt es schon längst: Sie führt von der Seestraße über die Hebel- zur Beethovenstraße und weiter am Lorettowald entlang und durch Staad bis kurz vor die Fähre. Sie ist nur leider so schlecht ausgeschildert, dass selbst viele Konstanzer sie nicht kennen.

Und das, obwohl die Streckenführung wirklich attraktiv ist. Mit ein paar guten Wegweisern und kleinen Verbesserungen im Salesianerweg könnte sie den gleichen Effekt bringen wie ein Großprojekt mit umgebauten Kreuzungen und den zumindest für Auswärtige ziemlich unverständlichen blauen Straßenmarkierungen.

Kreuzlingen macht's besser

Es scheint, als plane die Verwaltung den zweiten Schritt vor dem ersten. Jeden Tag scheitern Touristen an der verheerenden Beschilderung der Konstanzer Rad-Routen, wie jeder weiß, der regelmäßig auf orientierungslose Feriengäste trifft.

Wie es besser geht, zeigt das Beispiel Kreuzlingen. Seit Jahren will die Stadt Konstanz nachlegen, doch verständliche Wegweiser gibt es bis heute nicht. Also sollte die Verwaltung zunächst hier für vergleichsweise kleines Geld Abhilfe schaffen, auch auf der Route zur Fähre. Und dann untersuchen, wie viele Radler dort tatsächlich unterwegs sind und ob das bestehende Angebot nicht einfach reicht.