Es geht um individuelle Integrationspläne, damit Flüchtlinge sprachlich, beruflich und gesellschaftlich schnell Fuß fassen können. Flüchtlinge, die im Landkreis bleiben, sollen, unterstützt durch Landesmittel, umfangreiche Integrationshilfen bekommen. Das Management der professionellen und ehrenamtlichen Hilfen überlässt nun die Stadt Konstanz dem Landkreis, der in Zusammenarbeit mit der Liga der freien Wohlfahrtsverbände auf diesem Feld schon in den Anschlussunterbringungen tätig ist. Der Gemeinderat stimmte den Plänen bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen zu.

Davor hatten mehrere Redner betont, die Quartiersarbeit in den Stadtteilen dürfte durch die neue Regelung nicht eingeschränkt werden. Sie sei einer der wichtigen Träger der Integrationsarbeit. Gabriele Weiner (Junges Forum) lehnte es ab, dem Kreis die Koordination zu überlassen: "Das Vertrauen in den Landkreis ist begrenzt." Sie befürchte Verschlechterungen. Auch Anke Schwede (Linke) hält es für besser, das Integrationsmanagement direkt bei der Kommune anzusiedeln. Sie hat Sorge, dass das Kreismanagement den Bemühungen der Stadt entgegenläuft, Flüchtlinge dezentral in privatem Wohnraum unterzubringen, und so schon durchs Wohnen in Nachbarschaft mit den Einheimischen der Integration Vorschub zu leisten.

Im Dezember 2017 hatte Konstanz zum Ausgleich von Mehraufwendungen für die 418 Flüchtlinge in Anschlussunterkünften pro Kopf 1235 Euro, also rund 516 000 Euro an Landesmitteln bekommen. Diese stehen unter anderem zur Finanzierung von Integrationshilfen bereit, wie soziale Beratung und ehrenamtliche Hilfen. Integrationsmanager sollen in Zusammenarbeit mit allen Akteuren der professionellen und ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe individuelle Integrationspläne erarbeiten. Der Landkreis hatte der Stadt Konstanz angeboten, das Integrationsmanagement zu übernehmen, weil er auf bestehende Stukturen aufbauen kann.