Donnerstag wird ein wichtiger Tag für Kerstin Krieglstein, die neue Rektorin der Uni Konstanz. Denn dann wird sich entscheiden, ob Konstanz im Rennen um den Titel Exzellenz-Universität bleibt. Für den Status als Universitäts-Stadt wäre das wichtig. Es geht um Millionen, und es geht darum, ob Konstanz weiter in der oberen Riege der internationalen Forschung bleibt, in der man sich mit Städten wie Paris und Amsterdam misst.

Die Exzellenzinitiative soll die universitäre Spitzenforschung stärken und ist mit jährlich 385 Millionen Euro dotiert. 40 weitere Hochschulen sind noch im Rennen mit ihren international wettbewerbsfähigen Forschungszentren, sogenannten Exzellenzclustern.

Konstanzer Uni bewirbt sich mit drei Forschungszentren

Eine wichtige Hürde hatte die Uni Konstanz schon vor einem Jahr genommen: in der Vorauswahl. Nun wird bekannt gegeben, ob die Forschungszentren gefördert werden, mit denen sich Konstanz beworben hatte: In der Clusterinitiative „ChemLife" forschen internationale Wissenschaftler aus den Bereichen Chemie, Biologie und Informatik an der Frage, wie sich biologische Systeme auf molekularer Ebene an sich verändernde Bedingungen anpassen, und wie man diese Fähigkeit zur Anpassung auf neuartige Materialien übertragen kann.

Das „Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour“ ist eine Kooperation zwischen der Universität Konstanz und den beiden Abteilungen des Max-Planck-Instituts für Ornithologie an der Universität Konstanz und in Radolfzell. Es widmet sich der datengestützten Erforschung kollektiven Verhaltens, von der Schwarmintelligenz von Tiergruppen über das Entscheidungsverhalten des Menschen bis hin zu ökonomischen Netzwerken.

„Die politische Dimension der Ungleichheit: Wahrnehmungen, Partizipation und Policies“ erforscht die Zusammenhänge zwischen Ungleichheit und politischen Prozessen. Welche politischen Ursachen und Folgen hat Ungleichheit auf unterschiedlichsten Ebenen, von Ökonomie über Bildung bis hin zu ethnischen Konflikten?

Es geht um sieben Millionen Euro pro Projekt – jährlich

Sind die Exzellenzcluster erfolgreich, werden sie ab Januar 2019 für sieben Jahre gefördert. Es geht um circa sieben Millionen Euro pro Cluster jährlich, die nach Konstanz fließen könnten.

Und um eine entscheidende Berechtigung: Konstanz darf sich dann um den Status Exzellenz-Universität bewerben. Diese Entscheidung wiederum fällt im Juli 2019. Nur elf Universitäten werden gewinnen, von ehemals 29 Hochschulen, die sich beworben hatten.

Eine erfolgreiche Uni ist gut für die Stadt

Die Exzelleninitiative habe eine hohe Bedeutung für die gesamte Stadt, so Uni-Sprecherin Julia Wandt. "Je erfolgreicher die Universität ist, desto besser für die Stadt". Die Uni ist nicht nur einer der größten Arbeitgeber der Stadt, sie kooperiert auch mit vielen Konstanzer Einrichtungen und Unternehmen. Dabei stärke die Exzellenzinitiative nicht nur die Forschung, sondern verbessere auch die Studienbedingungen. Es gebe zusätzliche Lehrangebote und beispielsweise Forschungslabore, zu denen auch die Studierenden Zugang haben.

"Wir sind optimistisch gestimmt", sagt Julia Wandt mit Blick auf Donnerstag. Sie weiß aber auch: Die Mittel werden nicht für alle reichen. An ein Scheitern will an der Uni aber erst einmal niemand wirklich denken.

Und wenn es doch passiert? "Dann gibt es eine neue Runde in sieben Jahren", sagt Wandt.

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