Ein wenig unangenehm ist der Begriff vom Nicht-Erfüller den Bildungspolitikern. Vorsichtig setzen sie ihn in Dokumenten zwischen An- und Abführung. Die Botschaft dahinter: Stimmt, das klingt nach Resterampe, nach Lehrern zweiter Klasse. Bürokratische, wenig respektvolle Begriffe sind das eine. Sie mögen nicht für mehr Akzeptanz seitens der Eltern für befristet angestellte Lehrer sorgen.

Diese dringend benötigten Fachkräfte – zuletzt waren im Südwesten 700 Lehrerstellen unbesetzt – bis zum letzten Moment auf die Wiedereinstellung warten zu lassen? Das ist frech. Sie jeden Sommer sechs Wochen in die Arbeitslosigkeit zu schicken? Das ist nichts anderes als ein verstecktes Sparprogramm für den Bildungsetat. Wie ein heiliger Gral wurde zuletzt präsentiert, Deutschland wolle künftig auf die sachgrundlose Befristung verzichten.

Für Nicht-Erfüller muss die Selbstbeweihräucherung über diesen politischen Erfolg wie Hohn geklungen haben. Sie tingeln von einem Zehneinhalb-Monatsvertag zum nächsten, egal wie gut sie unterrichten. Egal auch, wie dringend sie für bestimmte Schultypen benötigt werden, im kommenden Schuljahr und vielen folgenden. Die Landesregierung bittet eher pensionierte Lehrer zurück an die Schule, als jenen eine Chance zu bieten, die sich trotz einer nicht ganz vollständigen Ausbildung engagieren wollen. Ein fehlendes Referendariat kann in Zeiten des Lehrermangels nicht die Basis für eine Festanstellung sein.

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