110 Wohnungen, 165 Parkplätze, drei öffentliche Grünflächen: Der neue Schottenplatz soll ein Ort der Begegnung sein, Bindeglied zwischen Paradies und Altstadt. So zumindest planen es Investor und Architekten, LBBW Immobilien Development und Jo. Franzke Generalplaner. "Der Platz soll eine städtebauliche Adresse werden, ein Platz, der wieder wahrgenommen wird", erklärte Projektleiterin Heike Klotz vom Architektur- und Stadtplanungsbüro vor dem Technischen und Umweltausschuss (TUA). Dieser empfiehlt dem Gemeinderat – mit 11 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen – das Verfahren zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Schottenplatz“ einzuleiten, und schlägt eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit vor.

Bild: Luisa Rische

"Dass die Bevölkerung trotz beschleunigten Verfahrens involviert ist, finde ich gut", erklärte Stadtrat Jürgen Ruff (SPD). Auch Sabine Feist (CDU) lobte die Beteiligung der Öffentlichkeit, mahnte aber, zukünftig bei der Wohnbauplanung mehr an Familien zu denken. Peter Müller-Neff (FGL) drückte seine Freude darüber aus, dass der Schulhof mehr in das Areal integriert werde und Schottenplatz und Vincentius-Areal in der Planung als Einheit gesehen werden. "Das ist eine ausgesprochen attraktive Wohnsituation. Städtebaulich ist eine gute Lösung gefunden", sagte der Stadtrat.

Der Rückbau am Schottenplatz soll 2018 beginnen, dann folgt der Hochbau. Geplant sind 110 Wohungen in vier Geschossen auf der einen, sechs Geschossen auf der anderen Seite. Die Wohnformen sind durchmischt: von der 2-Zimmer-Wohnung über die Maisonette bis zur Mehrgenerationenwohnung. Innenhof und Dachgärten sollen entstehen sowie Gewerbeflächen und 165 Parkplätze in einer zweigeschossigen Tiefgarage. Die Begrünung soll intesiviert werden. Vorgesehen sind gemäß des Handlungsprogramms Wohnen auch Wohnraum für Menschen mit schmalerem Geldbeutel: 20 Prozent geförderte Wohnungen und zehn Prozent im preisgedämpften Bereich.

Um den sozialen Wohnungsbau allerdings machen sich einige Stadträte Sorgen. Holger Reile (LLK) scheiterte zwar mit seiner Forderung, die Quote auf 50 Prozent zu erhöhen, da sich die Mitglieder des Ausschusses mehrheitlich gegen eine Änderung des bestehenden Vertrags aussprachen. Doch Jürgen Ruff betonte, wie wichtig es sei sicherzugehen, dass die beschlossene Sozialquote in Zukunft bestehen bleibt. Er wollte wissen, welche Möglichkeiten die Stadt habe, das zu kontrollieren. Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn versicherte, dass bei einer Weiterveräußerung die Vorgaben übertragen werden. Das sei eine wasserdichte Geschichte.

Kritik an der Art und Weise des Wettbewerb-Verfahrens äußerte Klaus-Peter Kossmehl (FWK). "Es gab einen anderen ersten Platz. Jetzt baut der Zweitplatzierte. Dann brauchen wir keinen Wettbewerb zu machen." Bereits im August 2016 war bekannt geworden, dass die Immobiliengruppe der Landesbank das Konstanzer Unternehmen Doser und Partner ausgestochen hatte, obwohl Bürgermeister Langensteiner-Schönborn Doser und Partner als Sieger des Investorenwettbewerbs verkündet hatte. Am Ende aber hat der Preis wohl das Rennen entschieden: Mehr als zehn Millionen Euro soll die Immobiliengruppe des Landesbank für das Vincentius-Areal geboten haben.

Der Wettbewerb

Für die Überplanung des Geländes an der Unteren Laube hatten Stadt und Vincentius AG einen Investorenwettbewerb ausgelobt. Eine Jury aus Fachleuten und Stadträten bewertete 28 Arbeiten. Vorgabe war, dass Investoren und Architekten gemeinsam ein Bebuungskonzept mit Entwüfen einreichten. 20 Prozent geförderte Wohnungen und zehn Prozent im preisgedämpften Bereich waren ebenfalls einzuplanen.