Tiefe Spuren im weichen Boden und frisch gefällte Bäume irritieren den einen oder anderen Spaziergänger im Wald. "Die Wege in den Wäldern müssen sicher sein, daher werden Bäume gefällt, die nicht mehr standfest sind. Die Entscheidung machen wir uns nicht leicht", sagt Revierförster Michael Flöß über seine Arbeit und die seiner Kollegen. Sicherheit geht dabei vor. Busse und Parkplätze der Universität können normal genutzt werden, denn alle Bäume sollen in den Wald hinein gefällt werden. 

Revierförster Michael Flöß schaut sich den Schaden an, den der Brandkrustenpilz an einer Buche verursacht hat.
Revierförster Michael Flöß schaut sich den Schaden an, den der Brandkrustenpilz an einer Buche verursacht hat. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Aber ganz ausgeschlossen werden könne nicht, dass ein Baum in eine falsche Richtung falle. "Es ist eine Abwägung des Risikos mit unserer Erfahrung. Das Wesen der Verkehrssicherungspflicht ist leider, dass wir die Bäume lieber einen Tick zu früh fällen", beschreibt er das Dilemma.

"Es besteht Lebensgefahr"

Während der Fällarbeiten – dazu zählen auch die Vorbereitung und das Aufräumen – werden die betreffenden Waldwege gesperrt. "Es besteht Lebensgefahr", mahnt Michael Flöß. Und das nicht nur durch stürzende Bäume, sondern auch durch herabfallende Äste. Flöß bittet dringend darum, die Absperrungen nicht zu überschreiten, selbst wenn nichts zu hören oder zu sehen ist.

Vor dem Fällen schätzt der Waldarbeiter ab, welche Gefahren bestehen. Er bestimmt auch die Fallrichtung. Der erste Schnitt, die Fallkerbanlage, bestimmt die Fallrichtung. Das Beisägen an der Seite verhindert das Ausreißen des Holzes. Hier beginnt der selbstständige Forstwirt und Baumpfleger Michael Griesser damit eine 120-jährige Buche für die Fällung vorzubereiten.
 

Video: Nikolaj Schutzbach


Gefällt werden Bäume allerdings nur an vielgenutzten Wegen oder an Straßen. Bäume, die weiter drin im Wald stehen, dürfen weiter stehen, auch wenn sie beispielsweise von einem Pilz befallen sind. Denn Totholz ist ein wichtiger Lebensraum. "Davon profitieren Insekten und andere Tiere und Pilze", erläutert er.

"Dies geht allerdings nur mit Laubholz", betont der Förster. Abgestorbene Fichten müssten schnell entfernt werden, da diese ideale Brutstätten für den Buchdrucker, eine Borkenkäferart, bildeten, der auch gesunde Bäume befalle. "Für das Nadelholz gilt daher die saubere Waldwirtschaft", berichtet Flöß.

Baum fällt!

Über die Aufgaben der Arbeiter im Uniwald sagt der Förster: "Dort entnehmen wir auch vereinzelt reguläres Holz, wenn wir schon dabei sind." So zum Beispiel eine 120-jährige Buche, die einer benachbarten Eiche das Licht nimmt und diese verdrängen würde. Nur schade, dass sie beim Fallen auf den Zwiesel – so nennen die Förster eine Baumgabelung aus zwei Trieben – fällt und der Stamm der Länge nach zerbricht.
 

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Sie taugt somit nur noch als Brennholz. Für den Ersatz gefällter Bäume sorgt die Natur in der Regel selbst. "Naturverjüngung", sagt Flöß und deutet auf die vielen kleinen Bäumchen mit ihren dünnen Stämmen. Allerdings ganz ohne Eingriff des Menschen kommt der Wald nicht aus, vor allem dann, wenn es ein gesunder Mischwald sein soll.

"Lichtbaumarten wie Eiche, Kirsch oder Ahorn wachsen anfangs schnell, werden dann aber von der Buche überholt", erläutert der Förster. Diese Aussage beschreibt das Problem. Dort, wo Buchen andere Baumarten verdrängen würden, müssen diese gefällt werden. Währenddessen beginnen die Waldarbeiter damit, die alte Buche für den Abtransport vorzubereiten.
 

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