Konstanz Barbara Auer stellt berührende Geschichte vor

Bewegend und beglückend: Barbara Auer und Bernhard Leute lesen in der Spiegelhalle aus dem Buch „Wie ich zum besten Schlagzeuger der Welt wurde – und warum“

Berührende Geschichte: Die Schauspieler Bernhard Leute  und Barbara Auer  bei ihrer Lesung in der Spiegelhalle.
Berührende Geschichte: Die Schauspieler Bernhard Leute und Barbara Auer bei ihrer Lesung in der Spiegelhalle. | Bild: rische

„Das Leben ist unfair“, sinniert Steven mit Wut im Bauch. Er ist der Protagonist des Buches „Wie ich zum besten Schlagzeuger der Welt wurde – und warum“ und ist eigentlich ein ganz normaler Junge. Steven ist 13 Jahre alt, spielt Schlagzeug in der Schulband, ist seit der dritten Klasse in das schärfste Mädchen des Jahrgangs verknallt und hat einen acht Jahre jüngeren Bruder. Jeffrey liebt seinen großen Bruder und läuft ihm ständig hinterher – bis zum 7. Oktober, der Tag, der Stevens Umlaufbahn komplett auf den Kopf stellt, denn sein jüngerer Bruder hat Leukämie und auf einmal ändert sich alles.

Vor rund 200 Zuschauern in der Spiegelhalle tragen die Schauspieler Barbara Auer und Bernhard Leute die bewegende Geschichte von Steven und Jeffrey vor, ein Buch des amerikanischen Autors Jordan Sonnenblick. Ausgewählt hat die mitreißende Erzählung Petra Hinderer, Geschäftsführerin des Vereins Hospiz Konstanz, denn es sei eine Geschichte, die sensibilisiere, ohne dabei zu erschrecken, erklärte sie.

Seit sieben Jahren engagiert sich der Verein ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendhospizarbeit. Er bietet betroffenen Familien Hilfe an und begleitet vor allem Kinder, die mit lebensbedrohlichen Krankheiten konfrontiert werden, ob es nun die kranken Kinder selbst oder deren gesunde Geschwister sind.

Die Lesung mit Barbara Auer hat mittlerweile Tradition, die Schauspielerin nimmt sich so oft wie möglich Zeit für den Verein. „Es ist das schlimmste, was man sich vorstellen kann, wenn das eigene Kind erkrankt“, sagt die Mutter und Schirmherrin der Kinder- und Jugendhospizarbeit im Landkreis Konstanz. Bernhard Leute unterstützt den Verein ebenfalls, der Schauspieler engagiert sich ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst Konstanz.

Zusammen entwickeln die zwei Schauspieler eine unterhaltende und lebendige Dynamik über eineinhalb Stunden auf der Bühne in der Spiegelhalle. Sie beide haben das Buch bereits gelesen und tragen die abgerundete Fassung mit dem nötigen Ernst, aber auch viel Humor vor.

Tatsächlich beweist Jordan Sonnenblick mit seiner Erzählung viel Geschick. Konsequent erzählt er die Geschichte aus Sicht des 13-jährigen Steven und entwickelt eine Sprache zwischen Witz und Ernsthaftigkeit. Der Zuhörer erlebt die Ängste des Schülers, seine Einsamkeit, seinen Mut und seine Hoffnung. Der Protagonist verarbeitet seine Stimmungen am Schlagzeug, dort übt er stundenlang Trommelwirbel und Kombinationsübungen; er wird zum Held seines kleinen Bruders, der ihm zuflüstert: „Du bist der beste Schlagzeuger der Welt.“

Musikalisch umrahmt wird die Lesung von der Gruppe The Jam. Max Petersen sitzt mit geschlossenen Augen am Klavier und gleitet sicher über die Tasten. Doch das große Solo ist an diesem Abend Maximilian Stadtfeld vorbehalten. Der Schlagzeuger findet den richtigen Rhythmus für einen inspirierenden Abend und lässt die Geschichte vom besten Schlagzeuger der Welt an der Snare und der Bassdrum noch lebendiger wirken.

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