Konstanz Bahnübergang zum Konzil: Eine schmale Kante sorgt für Ärger

Nach einem Sturz sorgt ein Radfahrer dafür, dass eine Stolperfalle am Bahnübergang entschärft wird. Er bekommt aber keine Chance auf Schadensersatz.

Manfred W. aus Markdorf denkt nicht gern zurück an seinen Radausflug nach Konstanz im Mai. Er querte damals den Bahnübergang am Konzil, strebte mit dem Rad die Ampel an der Konzilstraße an. Gerade an der Stelle, an der Fußgänger und Radfahrer damals noch nicht durch eine Linie getrennt waren, blieb sein Rad an einer Kante im Boden hängen. Der Mann stürzte kopfüber. Glücklicherweise trug er einen Helm. Nach eigenen Angaben verletzte er sich leicht an Knie und Schulter, seine Brille sei zu Bruch gegangen und eine neue Uhr ebenfalls. Manfred W. ärgerte der Unfall gewaltig. Er bemühte sich, wenigstens den Schaden ersetzt zu bekommen, und schlug vor, den Stolperstein durch kleine Eingriffe zu beseitigen.

Doch schon die Frage, wer eigentlich zuständig ist für das Stück Straße, über das Tausende Touristen in den Hafen streben, sollte nicht so einfach zu klären sein. Die Technischen Betriebe (TBK), die Teams im Einsatz haben, die städtische Straßen auf Schäden und gefährliche Punkte untersuchen, sahen sich für diesen Abschnitt zunächst nicht zuständig. Das sei das Hoheitsgebiet der Deutschen Bahn, hieß es noch am 7. Juli in einer Mail an Manfred W. Die DB Netz AG Freiburg sah das anders: Der Bordstein befinde sich 2,25 Metern hinter der äußeren Schiene, damit liege die Verkehrssicherungspflicht beim Baulastträger der Straße, also der Stadt Konstanz, stellt sie am 13. Juli in einem Schreiben fest. Diese Sichtweise haben inzwischen auch die TBK übernommen. Für diese Stelle habe die Stadt die Verkehrssicherungspflicht, bestätigt Andreas Hoffmann (früher Radon), Leiter der Abteilung Grünpflege.

Die TBK-Teams hätten dies bisher nicht auf dem Schirm gehabt. Dies werde sich aber nun ändern. Die Sicherheit am Bahnübergang sei aber dennoch bei vorgeschriebenen Begehungen regelmäßig überprüft worden, darauf weist die DB Netz AG hin. Etwa einen Monat vor dem Unfall habe bei einer Verkehrsschau im Beisein von Vertretern der Stadt Konstanz, der Polizei und der DB Netz AG niemand Unregelmäßigkeiten erkennen können.

Um den Fußgänger- und Radverkehr besser abzugrenzen, wurde dann aber doch, wie von Manfred W. angeregt, die weiße Trennlinie bis über die gefährliche Kante verlängert. Ein Unbekannter brachte zudem Füllmaterial ein und beseitigte so die Stolperfalle. Manfred W. hatte mit seinem Vorstoß auf Ersatz der Schäden übrigens keinen Erfolg. Der Badische Gemeinde-Versicherungs-Verband, an den der Fall durch die Stadt gemeldet wurde, kam zum Schluss: Unabhängig von der Frage, wer genau an der Unfallstelle zuständig sei, sehe er keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. Der Bordstein sei auch ohne farbliche Markierung zu erkennen gewesen, und die Pflicht zur Markierung gebe es nicht.

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