Natürlich gibt es für Festveranstalter Auflagen. Natürlich ärgern sie sich, wenn eine Stadtverwaltung auf die Einhaltung drängt und es viele, vielleicht durchaus zu bürokratisch aufgeladene Diskussionen darüber gibt. Natürlich ist es eine Mammutaufgabe, die Infrastruktur an ein neues Gelände anzupassen. Schließlich ist die Vereinsarbeit Freizeit. Dass das Wollmatinger Dorffest weit vor dem Termin an der Kostenfrage scheitert, ist unbegreiflich. Gewiss kein Einzelfall.

Daran muss sich etwas ändern, und diese Diskussion muss in die politischen Gremien. Wenn diese über satte Zuschüsse an private Veranstalter wie des Campusfestivals beraten, wenn sie Defizite bei der Kultur auszugleichen bereit sind und wenn sie richtigerweise die aufgestiegenen Handballer der HSG stärker fördern, muss die Frage erlaubt sein: Was ist mit Vereinen, die eine Festkultur für die breite Masse nicht mehr stemmen können? 20.000 Besucher reichen als Argument, sich darüber Gedanken zu machen.