Sie sollen die neue Einrichtung planen und bauen: das Büro Lanz/Schwager aus Konstanz. Diesen Beschluss hat das Gremium mit großer Mehrheit bei drei Nein-Stimmen gefasst.

Sie haben den besten Entwurf eingereicht: Die Architekten Nicolas Schwager (links) und Markus Lanz.
Sie haben den besten Entwurf eingereicht: Die Architekten Nicolas Schwager (links) und Markus Lanz. | Bild: Zoch, Thomas

Bunte Liste befürwortete anderen Entwurf

Nur die Bunte Liste hatte sich klar für den Entwurf eines Allensbacher Büros ausgesprochen, das ein Kinderhaus mit Passivhausstandard vorgeschlagen hatte. „Wir finden, dass wir als Gemeinde eine Vorreiterrolle haben“, sagte Jeanette Klingbeil.

Bürgermeister Stefan Friedrich erklärte: „Jeder Entwurf hat in manchen Bereichen seine Stärken und Schwächen.“ Aber man könne nur das bewerten, was als Entwurf vorliege, sagte er auf Nachfrage. Auch wenn man sich Nachbesserungen vorstellen könne.

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Das Allensbacher Büro habe mit dem Passivhausstandard die energiesparenden Kriterien der Gemeinde sozusagen übererfüllt, die anderen beiden Vorschläge hätten diese aber ebenso voll erfüllt.

Entwurf sieht ein Gebäude in Holzbauweise vor

Der Entwurf des Büros Lanz/Schwager sieht einen langgestreckten, zweigeschossigen Baukörper praktisch komplett in Holzbauweise vor. Es gebe ein großzügiges Foyer, das durch flexible Trennwände zum Veranstaltungsraum werden könne, sagten die Architekten Markus Lanz und Nicolas Schwager im Dezember.

Der Entwurf des Büros Lanz/Schwager sieht einen lang gestreckten kompakten Baukörper vor – das braune Modell. Links ist dei Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße.
Der Entwurf des Büros Lanz/Schwager sieht einen lang gestreckten kompakten Baukörper vor – das braune Modell. Links ist dei Bodanrückhalle, hinten die Wohnhäuser an der Schulstraße. | Bild: Zoch, Thomas

Die Hauptaufenthaltsräume seien im Süden wegen der Beleuchtung, so Lanz. Die Kinder unter drei Jahren (U 3) sollen im Erdgeschoss spielen, jene über drei Jahre (Ü 3) im Obergeschoss mit größeren Räumen. Die Gruppenräume hätten auf beiden Etagen den Blick nach Norden und Süden.

Ein Blick ins Innere des Kinderhauses. Die U3-Gruppen sollen im Erdgeschoss spielen, die Ü3-Gruppen im Obergeschoss. Die Gruppenräume hätten auf beiden Etagen den Blick nach Norden und Süden.
Ein Blick ins Innere des Kinderhauses. Die U3-Gruppen sollen im Erdgeschoss spielen, die Ü3-Gruppen im Obergeschoss. Die Gruppenräume hätten auf beiden Etagen den Blick nach Norden und Süden. | Bild: Lanz · Schwager Architekten BDA

Viele Fenster und Fotovoltaik

Nach Süden seien viele Fenster vorgesehen. „Die Kinder haben größtmögliche Freiheiten“, sagte Lanz insgesamt. Im Norden gebe es einen großzügigen Außenspielbereich mit Blick in die Landschaft. Im Gebäude sind eine Lüftungsanlage, Fußbodenheizung und eine Luftwasserwärmepumpe vorgesehen, auf dem Dach. Das Gebäude werde nicht höher sein als das Nachbarhaus.

Ein Blickfang: Das ist der Entwurf der Konstanzer Architekten für das neue Kinderhaus in Allensbach. Ein Riegel mit viel Glas in Richtung Süden.
Ein Blickfang: Das ist der Entwurf der Konstanzer Architekten für das neue Kinderhaus in Allensbach. Ein Riegel mit viel Glas in Richtung Süden. | Bild: Lanz · Schwager Architekten BDA

Baukosten

Ihre Kostenschätzung lag bei rund 3,28 Millionen Euro. Die Gemeinde hatte ein unabhängiges Büro gebeten, für alle Entwürfe die Kosten zu schätzen. Dieses kommt beim Entwurf von Lanz/Schwager auf 3,59 Millionen Euro.

Aufgrund der stetig steigenden Baukosten rechnen die Experten bis zur vorgesehenen Fertigstellung im Jahr 2022 mit bis zu 3,96 Millionen Euro.

Die Gemeinde geht aber ohnehin davon aus, dass der Neubau am Ende weit mehr als vier Millionen Euro kosten wird und hat das in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2022 auch so vorgesehen. Bei den anderen beiden Entwürfen kam das unabhängige Büro auch zu anderen, deutlich höheren Kostenschätzungen.

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Die Kosten waren aber auch nur eines von vielen Kriterien, die schon vorab im Haupt- und Finanzausschuss sowie im technischen Ausschuss der Gemeinde diskutiert worden waren.

Kinderhaus soll nach Montessori arbeiten

Frank Ruhland, der Leiter des Ortsbauamts, fasste die Einschätzungen zusammen. Pädagogische Kriterien spielten dabei eine Rolle, das neue Kinderhaus soll nach Montessori arbeiten, aber ebenso Gesichtspunkte der Funktionalität und der Flexibilität bei der räumlichen Gestaltung sowie der Architektur und der Materialwahl.

So soll die Außenfassade des neuen Kinderhauses aussehen.
So soll die Außenfassade des neuen Kinderhauses aussehen. | Bild: Lanz · Schwager Architekten BDA

Tobias Volz (SPD) sagte: „Wir haben drei interessante Vorschläge.“ Patrick Konopka (FDP) sagte ebenso: „Für mich haben alle drei Entwürfe einen guten Eindruck gemacht.“ Rochus Schulter (CDU) erklärte: „Es sind Nuancen.“

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Bei der Passivhausvariante zwei gebe es zwar die Aussicht auf weniger Folgekosten, doch niemand könne verlässlich sagen, bis wann sich diese Bauweise amortisieren würde. Deshalb favorisiere die CDU den Entwurf von Lanz/Schwager. Ähnlich äußerte sich Ernst Moll von den Freien Wählern.