Auf dem Bodanrück scheint in einigen Ställen die Pferdekrankheit Druse zu kursieren. Vor einigen Tagen hat der Vorstand des Konstanzer Vereins Therapeutisches Reiten am Bodensee (Trab) eine Warnung an seine Mitglieder verschickt. „Unser Stall ist nicht betroffen“, sagt die Vorsitzende Claudia Rosenberg, die ihren Mitgliedern und Gästen dennoch zur Vorsicht rät, da die Krankheit hoch ansteckend sei.

„So etwas kann immer mal in Stallungen auftreten – kein Stall ist davor sicher“, heißt es in dem Schreiben an die Mitglieder. „Damit es zu keiner Übertragung auf unsere Pferde am Hof kommt, möchten wir alle, die sich auch in den betroffenen Stallungen aufhalten, bitten, die Hände gründlich zu waschen und zu desinfizieren, die Schuhe und die Kleidung zu wechseln.“ Auch sollte man nicht mit Pferden aus den betroffenen Ställen zusammen ausreiten.

„Die Hygiene und ein entsprechendes Management sind das Wichtigste“, erklärt Peter Witzmann, Mitglied im Ausschuss für Pferde der Bundestierärztekammer. „Dazu gehört Händewaschen sowie das Reinigen von Schuhwerk und Kleidung. Am besten ist, man geht überhaupt nicht erst zu den betroffenen Pferden.“

Druse ist eine bakterielle Infektion der Atemorgane des Pferdes

Die Krankheit Druse ist eine bakterielle Infektion der Atemorgane, die sich als Rachenentzündung mit hohem Fieber sowie mit einer eitrigen Entzündung der Kopf-Lymphknoten äußert. Sie ist weder anzeige- noch meldepflichtig, daher werden bei Ausbruch der Erkrankung auch keine amtlichen Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen. „Normalerweise informiert man aber die Nachbarställe, sobald ein Verdacht besteht“, erklärt Claudia Rosenberg vom Verein Trab.

„Das ist der Idealfall und lobenswert. Manche Stallbesitzer versuchen aber, das zu kaschieren“, sagt Tierarzt Peter Witzmann. Daher liegen auch keine belastbaren Zahlen vor. „Niemand führt darüber Buch“, fährt Witzmann fort. Druse scheine aber in letzter Zeit häufiger aufzutreten.

Für den Menschen besteht keine Gefahr

Die Verbreitung von Pferd zu Pferd ist vor allem durch den direkten Kontakt oder über das Pflegepersonal, andere Tiere sowie Gegenstände wie Wasserkübel, Futtertröge oder Gebisse möglich. Meist ist Druse bei Pferden gut behandelbar, sehr selten kann die Krankheit aber auch tödlich verlaufen. „Für den Menschen ist sie überhaupt nicht gefährlich“, gibt Peter Witzmann Entwarnung, „es existiert kein einziger Bericht über eine Erkrankung.“