Erleichterung nicht nur unter Konstanzer Taxifahrern und in den sozialen Medien viel Lob für die schnelle Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei: Nach dem Angriff auf einen Taxifahrer in der Nacht zum Freitag hat die Polizei nicht einmal 24 Stunden später einen dringend Tatverdächtigen ermittelt.

Laut einer Pressemitteilung von Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen 34-jährigen wohnsitzlosen Mann. Die Festnahme erfolgte im Stadtgebiet, über die näheren Umstände gaben die Ermittlungsbehörden auch am Sonntag keine Details bekannt. Gegen den mutmaßlichen Täter erließ das Amtsgericht Untersuchungshaft. Es handelt sich den Angaben zufolge um einen griechischen Staatsbürger.

50 Beamte fahndeten nach dem brutalen Überfall

Die Ermittlungsgruppe, in der zeitweise rund 50 Beamte zusammenarbeiteten, konzentrierte sich am Freitag zunächst auf einen anderen Mann, gegen den der Tatverdacht aber ausgeschlossen werden konnte. Zeugenhinweise hatten die Ermittler dann auf die neue Spur geführt. Dazu hatten Polizisten auch Passanten im Bereich Allmannsdorf mit Fotos befragt, die Augenzeugen berichteten.

Weitere Ermittlungen, so Polizeisprecher Bernd Schmidt, erhärteten im Laufe des Samstags den dringenden Verdacht gegen den 34-Jährigen. Noch unklar ist allerdings ein mögliches Motiv. Einen Bericht der Deutschen Presse-Agentur mit Verweis auf einen Polizeisprecher, nach der Täter dem bei dem Angriff keine Beute mitnahm, wollte Schmidt am Sonntag weder bestätigen noch dementieren.

Zur Tatwaffe macht die Polizei weiter keine Angaben

Dem 44 Jahre alten Taxifahrer, der nach dem Angriff mit einer Stichwaffe lebensbedrohlich verletzt wurde, geht es nach Polizeiangaben wieder besser. Zur Tatwaffe sagte Schmidt lediglich, es handle sich um "einen Gegenstand, der einen Stich zufügen kann". Auch zu einem möglichen Geständnis wollte Schmidt zunächst nichts sagen.

Er verwies aber darauf, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien und dass weitere Spuren noch untersucht würden. Die offenen Fragen sind demnach auch der Grund, warum die beruhigende Nachricht einer Festnahme erst mit mehr als zwölf Stunden Verzögerung veröffentlicht wurde.

Die Kripo untersucht weiterhin Spuren

Für die Polizei ist der Fall mit der Festnahme nicht abgeschlossen. Unter anderem werden noch Spuren untersucht, die als Beweise im weiteren Verfahren dienen könnten – dies können Sachbeweise wie Fingerabdrücke, DNA-Spuren oder Gegenstände aus dem Besitz des Verdächtigen sein, aber auch Zeugenbeweise wie detaillierte Aussagen. Beides ist auch mit Blick auf ein Gerichtsverfahren wichtig.

Für die nähere Aufklärung werde auch der schwarze Mercedes, in dem der Taxifahrer in der Nacht arbeitete, kriminaltechnisch weiter untersucht. Das Fahrzeug war erst viele Stunden nach der Tat von der Mainaustraße im Konstanzer Stadtteil Petershausen weggebracht worden, nachdem auch rund um das Fahrzeug Spuren gesichert wurden.