Konstanz An diesen Stellen wird es brenzlig für Radfahrer in Konstanz

Verbände beklagen eine ungünstige Wegeführung bei Radwegen und fordern ein Umdenken bei Planern. Besonders in Kreisverkehren im Industriegebiet kommt es häufig zu Radunfällen.

Ein Ausgang, der mitten auf den Radweg führt, Engstellen und fehlende Markierungen. Auf Konstanzer Radfahrer lauern viele hausgemachte Gefahren. Vertreter des Allgemeinen Fahrradclubs, des Verkehrsclubs und der Bürgergemeinschaft Allmannsdorf haben auf Anfragen zusammengetragen, wo es in Konstanz für Radfahrer brenzlig oder zumindest ärgerlich werden kann, weil die Wege radunfreundlich angelegt sind.

Gefährliche Stellen für Radfahrer

Zu den von der Polizei registrierten Unfallschwerpunkten, an denen Radfahrer immer wieder bei Zusammenstößen verletzt werden, gehören unter anderem die Kreisel an der Max-Stromeyer-Straße, der kleine vor der Elberfeldspange und der große an der Riedstraße. Zwar brächten sich Radfahrer auch durch das Fahren auf der falschen Seite immer wieder in Gefahr, doch Paul Brühl vom Verkehrsreferat des Konstanzer Polizeipräsidiums, sieht auch Schwächen in der Verkehrsführung.



Die Strategie, den Radfahrer erst auf einem separaten Radweg zu führen, und ihn dann plötzlich im Kreisverkehr mit dem Verkehr fahren zu lassen, könne gefährlich werden. Manchmal könne es besser sein, wenn der Autofahrer den Radfahrer schon vorher im Blick habe, weil sich beide dieselbe Fahrbahn teilen müssen. „Der Autofahrer sieht den Radfahrer, er hat ihn bei sich im Straßenraum und im Blickfeld.“ Vor allem bei Straßen mit vielen Einmündungen könne es innerorts sehr viel sicherer sein, den Radfahrer mit dem Verkehr auf der Straße zu führen. Der Radfahrer verhalte sich dann auch deutlich diszi plinierter. Das Fahren in die falsche Richtung komme auf separierten Radwegen viel häufiger vor als auf Fahrbahnen, die sich Autofahrer und Radfahrer teilen, sagt der Experte.

Bernhard Wittlinger, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Verkehrsclubs (VCD) im Landkreis Konstanz, fordert ein Umdenken bei der Radwegeplanung. Es gelte gut abzuwägen, ob eine separierte Wegeführung sinnvoll ist, so wie dies auch die überarbeitete Straßenverkehrsordnung fordere. Verkehrsbehörden und die Polizei seien verpflichtet, dies regelmäßig zu überprüfen. Wittlinger weist auch auf Sicherheitsratschläge aus der Schweiz hin, wo Radfahrern in Kreisverkehren empfohlen werde, sich erst gar nicht erst am Rande der Fahrbahn zu bewegen, sondern mitten auf der Fahrspur. So werde der Radfahrer am wenigsten übersehen.

Stadt erneuert Radspuren an Schiffstraße

Manchmal würde schon eine bessere Markierung helfen, dies zeigt der Radweg, der an der Schiffstraße auf den Fährevorplatz führt. Jahrelang hatte die Bürgergemeinschaft Allmannsdorf darauf gedrängt, den Radfahrern dort mehr Platz einzuräumen. Jetzt reagiert die Stadt, und erneuert die Radspuren, sie werden deutlich breiter. Schon die ersten Striche, die die neue Wegeführung andeuten, hätten Wirkung gezeigt, sagt Sven Martin von der Bürgergemeinschaft Allmannsdorf. Er hat den Eindruck: „Es wird langsamer gefahren.“

Martin zeigt sich froh, dass die Stadt jetzt reagiert und die Radwegeführung an der Fähre überdenkt. Ein weiterer Brennpunkt ist für ihn die Kreuzung zur Hoheneggstraße. Hier kreuzt der tausendfach befahrene Bodenseeradweg die Schiffstraße. Doch es gibt keine Querungshilfe und der Verkehr wird bisher auch nicht gebremst. Martin fordert, am besten über die gesamte Straßenbreite knallrot die Querungsspur für die Radfahrer zu ziehen. Schon von weitem solle jeder Autofahrer erkennen: Hier treffe ich auf massenweise Radfahrer.

Eine völlig unnötige Engstelle für Radfahrer erkennt Ralf Seuffert vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) auch in der Bodanstraße. An der Einmündung zur Bruderturmgasse endet plötzlich der eingezeichnete Radweg, die Straße wird dort sehr schmal. Wenn der Verkehr stockt, ist der Radfahrer gezwungen, sich in die Staus der Autos vor Schnetztorkreuzung einzureihen. Erst kurz vor der Ampel ist wieder die Extraspur für Radfahrer auf dem Asphalt markiert. Seuffert fordert die Lücke im Radweg zu schließen. Platz wäre ausreichend vorhanden. Es müsste lediglich ein Streifchen Grün zwischen Straße und Gehweg geopfert werden. (Siehe auch weitere Fallbeispiele auf der Seite).

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