Seit Wochen sorgt eine defekte Ampel bei Autofahrern für Verwirrung. Zuletzt zeigte sich das am Donnerstagabend, als eine 49-jährige Frau bei einem Verkehrsunfall an der Kreuzung Radolfzeller Straße/Landesstraße 221 Richtung Reichenau verletzt wurde. Das teilte die Polizei in einer Pressemeldung mit.

Ein 25-jähriger Fahrer überquerte demnach aus Wollmatingen kommend die Kreuzung. Dabei soll er die Vorfahrt der Autofahrerin, die aus Richtung Dettingen kam, missachtet haben. Bei der Kollision wurde der Nissan der Fahrerin auf einen VW geschoben. Daraufhin kippte der Nissan um und blieb auf der rechten Seite liegen. Umherfliegende Fahrzeugteile beschädigten ein weiteres Auto.

An dieser Kreuzung kam es am Donnerstagabend zu dem Unfall. Die Fahrerin kam von links aus Richtung Dettingen. Ein Autofahrer aus Wollmatingen soll ihr die Vorfahrt genommen haben.
An dieser Kreuzung kam es am Donnerstagabend zu dem Unfall. Die Fahrerin kam von links aus Richtung Dettingen. Ein Autofahrer aus Wollmatingen soll ihr die Vorfahrt genommen haben. | Bild: Jonas Schönfelder

Der Rettungsdienst brachte die Fahrerin zur stationären Behandlung ins Krankenhaus. Sie soll sich nach Angaben der Polizei ein Schleudertrauma an der Hals- und Brustwirbelsäule zugezogen haben. Alle anderen Unfallbeteiligten blieben unverletzt. Drei der Autos wurden abgeschleppt. Die Polizei sperrte während des Einsatzes die L 221 komplett, wodurch es zu entsprechenden Verkehrsbehinderungen kam.

Ampel fällt seit mehreren Wochen immer wieder aus

Die Ampel an der besagten Kreuzung fällt schon seit mehreren Wochen immer wieder aus, sagt Polizeihauptkommissar Manuel Seidel. Ein Techniker suche bereits den Fehler, habe ihn aber noch nicht finden können, erklärt er weiter. Deshalb besteht derzeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometer im Kreuzungsbereich.

Außerdem hat die Straßenmeisterei auf beiden Seiten der Vorfahrtsstraße einen Geschwindigkeitstrichter eingerichtet. Die Verengung soll dafür sorgen, dass die Autofahrer ihre Geschwindigkeit reduzieren. Polizist Seidel fügt an: „Am besten einmal mehr die Bremse benutzen.“

Diese Geschwindigkeitstrichter auf zwei Seiten der Kreuzung weisen zusätzlich zum Tempolimit auf die kommende Gefahrenstelle hin.
Diese Geschwindigkeitstrichter auf zwei Seiten der Kreuzung weisen zusätzlich zum Tempolimit auf die kommende Gefahrenstelle hin. | Bild: Jonas Schönfelder

Am Freitagmorgen nach dem Unfall trafen sich Vertreter der Polizei, der Stadt Konstanz, der Straßenmeisterei und des Landratsamts zu einer Verkehrsschau. Das Ergebnis: Der Geschwindigkeitstrichter wurde zusätzlich verengt. Zudem wurde ein weiteres Tempo-30-Schild auf beiden Seiten der Vorfahrtstraße angebracht.

Polizisten verteilen keine Bußgelder

„Solange alle langsam fahren und nicht auf ihr Recht pochen, geht es gut“, findet Florian Fuchs, ebenfalls Polizist. Er und sein Kollege Manuel Seidel kontrollieren am Freitagvormittag, mit welcher Geschwindigkeit die Autos auf der Vorfahrtstraße die Kreuzung durchfahren. Aus Richtung Dettingen hätten von 22 gemessenen Fahrzeugen sieben beanstandet werden können. In die andere Richtung habe es etwas besser ausgesehen.

Bußgelder verteilen die beiden Polizisten jedoch keine. Sie wollten überprüfen, ob die Maßnahmen an der Kreuzung Wirkungen zeigen, so Seidel. Die beiden Ordnungshüter weisen aber einige Fahrer auf ihr Fehlverhalten hin.

Solche Situation waren beim einstündigen Besuch der Kreuzung mehrfach zu beobachten. Mehrere Autos fahren bis zur Haltelinie, um auf die Vorfahrtsstraße zu biegen – und nehmen sich gegenseitig die Sicht.
Solche Situation waren beim einstündigen Besuch der Kreuzung mehrfach zu beobachten. Mehrere Autos fahren bis zur Haltelinie, um auf die Vorfahrtsstraße zu biegen – und nehmen sich gegenseitig die Sicht. | Bild: Jonas Schönfelder

Im Gespräch verweisen sie auf Paragraph eins der Straßenverkehrsordnung. Darin heißt es: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“

Rücksicht sollten die Verkehrsteilnehmer aber nicht nur gegenseitig, sondern auch gegenüber den Mitarbeitern der Straßenmeisterei haben, wenn die in orangefarbener Kleidung am Straßenrand Schilder aufstellten, sagt Seidel. Horst Riedle von der Straßenmeisterei Radolfzell, der wenig später hinzukommt, bestätigt den Eindruck des Polizisten: Häufig führen Autofahrer zu schnell und zu dicht an ihnen vorbei.