Am Sonntag sind die Augen vieler Schweizer Fußballfans auf die Bodenseeregion gerichtet. In der ersten Pokalrunde empfängt der AS Calcio Kreuzlingen um 16 Uhr auf der Sportanlage Burgerfeld den FC Luzern.

Das Duell zwischen den fünftklassigen Thurgauern und dem Europa-League-Qualifikanten aus der Zentralschweiz, das live im Schweizer Fernsehen übertragen wird, ist auch ein Aufeinandertreffen zweier Konstanzer Fußballgrößen: Calcio-Trainer David Fall und Luzerns Co-Trainer Manuel Klökler.

David Fall trainiert den Ostschweizer Doublesieger

Seit acht Jahren ist der 41-Jährige Fall für den AS Calcio in Kreuzlingen aktiv, zunächst als Spieler, seit einiger Zeit hat der Ex-Profi an der Seitenlinie als Trainer das Sagen. In der vergangenen Saison feierte der in Falls Geburtsjahr gegründete Verein die Meisterschaft in der 2. Liga regional. Hinzu kam der Sieg im Ostschweizer Pokal, der gleichzeitig das Ticket für die erste Hauptrunde im Schweizer Cup bedeutete.

Dabei zogen die Kreuzlinger ein großes Los mit dem FC Luzern, dem Schweizer Meister von 1989, der in der vergangenen Saison den fünften Rang belegte. Auf das erste Duell seines Vereins mit einem Vertreter aus der Superleague freut sich David Fall besonders.

Bild: privat
„Das Spiel gegen Luzern ist für meine Mannschaft das Geschenk für Meisterschaft und Pokalsieg“
David Fall, Trainer des AS Calcio Kreuzlingen

„Dieses Spiel haben sich die Jungs verdient“, sagt er. Die Pokalpartie sei „das Geschenk für Meisterschaft und Pokalsieg“. Der frühere Zweitligaspieler hofft auf volle Ränge im 4500 Zuschauer fassenden Stadion nahe des Hafens, in das der AS Calcio ausweichen musste, weil die eigene Heimspielstätte am Döbeli viel zu klein für ein so großes Spiel ist.

Nur ein paar hundert Meter vom Döbeli entfernt im Paradies ist Manuel Klökler aufgewachsen. Nach seinem Engagement beim 1. FC Nürnberg ist der Konstanzer seit Januar dieses Jahres Co-Trainer beim FC Luzern. „Die Auslosung hat mich sehr gefreut. Ein Spiel so nah an der Heimat austragen zu dürfen, ist schon was Besonderes“, sagt der 45-Jährige. Mit dabei sein wird auf Seiten des FCL wohl ein weiterer Konstanzer: Physiotherapeut Eric Schönfeld.

Bild: Imago
„Ein Spiel so nah an der Heimat austragen zu dürfen, ist schon was Besonderes“
Manuel Klökler, Co-Trainer des FC Luzern

Neben etwa 1000 Fans des FC Luzern haben sich auch etliche Freunde und Manuel Klöklers Familie von der anderen Seite der Grenze angekündigt. Viel gemeinsame Zeit wird ihnen allerdings nicht bleiben. Der Terminkalender eines Profitrainers ist streng durchgetaktet, sodass Klökler wohl direkt nach dem Spiel wieder zurück nach Luzern fahren wird.

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„Auf der einen Seite ist das komisch, auf der anderen ist es aber auch Teil des Jobs“, sagt er am Telefon – kurz vor der nächsten Dienstreise. Nach dem 0:3 im Hinspiel waren Klöklers Luzerner am 15. August in der Qualifikation zur Europa League zu Gast bei Espanyol Barcelona, wo sie ebenfalls mit 0:3 unterlagen. Erst danach galt der Fokus der Partie in Kreuzlingen.

Unabhängig von deren Ausgang wird es am Sonntag ein schönes Wiedersehen geben für David Fall und Manuel Klökler, die vor zehn Jahren als Kapitän und Co-Trainer gemeinsam beim FC Schaffhausen waren. „Ich freue mich sehr, Manuel und Eric zu treffen, gegen die ich vor vielen Jahren in der Verbandsliga gespielt habe“, sagt Fall, der Klökler zwischendurch immer wieder mal bei Besuchen am Bodensee trifft. Der 45-jährige Wahl-Luzerner wohnt zwar an seinem neuen Arbeitsort, stellt aber gleichzeitig klar: „Mein Zuhause ist und bleibt Konstanz.“