Klaus und Edith Bücheler wohnen seit vielen Jahrzehnten im Schobuliweg im Stadtteil Paradies. Obwohl sie ein Auto haben, bewegen sie sich in aller Regel mit dem Fahrrad fort. Tägliche Besorgungen werden mit dem Drahtesel erledigt. „Rund um die HTWG sollte man derzeit eher mit Schnorchel und Taucheranzug unterwegs sein“, sagt Klaus Bücheler. „Obwohl das ja eigentlich gar nicht lustig ist. Die Schlaglöcher dort sind mittlerweile gemeingefährlich, weil sie so tief sind.“

Stolperfallen rund die die HTWG.
Stolperfallen rund die die HTWG. | Bild: Oliver Hanser

„Schlechte Visitenkarte für die Stadt Konstanz„

Unzählige solcher Hindernisse verteilen sich über den Winterersteig und die Paul-und-Gretel-Dietrich-Straße. „Das ist eine dermaßen schlechte Visitenkarte für die Stadt Konstanz„, erbost sich Klaus Bücheler. „Wir sind doch nicht in einem Dritte-Welt-Land, sondern in Deutschland.“ Mehrmals sei er nur mit Mühe und Not sowie einer großen Portion Glück an einem Unfall vorbeigeschrammt. „Wenn zwei Fahrräder oder Autos hier aneinander vorbei wollen, wird es zwangsläufig gefährlich.“ Da hier Altglascontainer stehen und die HTWG einige Parkplätze unterhält, herrscht reger Verkehr. Vor allem im Sommer sind viele Radfahrer unterwegs, aber auch jetzt im Herbst.

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„Eine einzige Katastrophe“

Angesichts des vielen Regens zuletzt sind die Schlaglöcher voll mit Wasser – was bei Radlern zu nassen und schmutzigem Hosen führt. „Ich verstehe nicht, wieso die Stadt da nichts unternimmt“, wundert sich Klaus Bücheler. „Das ist doch eine einzige Katastrophe. Überall wird Geld verschwendet. In Konstanz dauert alles doppelt so lange wie geplant und wird dann doppelt so teuer. Aber hier geht es um die Bürger und um deren Sicherheit. Dafür ist dann kein Geld da. Das ist ein sehr schlechtes Renommee für diese Stadt und die Hochschule.“

Wer hier durch fährt, wird nass.
Wer hier durch fährt, wird nass. | Bild: Oliver Hanser

Uli Hilser von der städtischen Pressestelle nimmt zu den Vorwürfen Stellung. „Eine Sanierung ist aktuell nicht geplant“, schreibt er auf SÜDKURIER-Anfrage. „Die Technischen Betriebe beheben die Straßenschäden, indem sie Schlaglöcher in regelmäßigen Abständen mit Fertigasphalt mit der so genannten Kalteinbaumethode ausbessert, so auch in den nächsten 14 Tagen wieder.“

In den nächsten fünf Jahren soll saniert werden

Doch mit der Flickschusterei ist es auf Dauer nicht getan – wie auch die Stadt weiß. Die Maßnahme ist laut Uli Hilser im Haushalt in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2024 berücksichtigt. „Einen genauen Zeitpunkt gibt es aktuell nicht“, sagt er. Die HTWG ist nicht beteiligt bei der Beseitigung der Schäden, wie Uli Hilser schreibt: „Nein, die Zuständigkeit liegt allein bei der Stadt.“

Klaus Bücheler bezeichnet den Zustand der Straßen als „eine Katastrophe“.
Klaus Bücheler bezeichnet den Zustand der Straßen als „eine Katastrophe“. | Bild: Oliver Hanser

HTWG würde eine baldige Sanierung begrüßen

HTWG-Sprecherin Anja Wischer schreibt auf SÜDKURIER-Anfrage: „Es gab Gespräche mit der Stadt, in denen die Sanierung der Paul-und-Gretel-Straße in Aussicht gestellt worden war. Wegen noch anstehender Baumaßnahmen auf dem HTWG-Campus wurde die Sanierung von der Stadtverwaltung zurückgestellt.“ Die HTWG habe hierfür Verständnis, „würde es aber begrüßen, wenn der Teil der Paul-und-Gretel-Dietrich-Straße, der von den Baumaßnahmen nicht betroffen sein wird, mit den seit den Gesprächen neu hinzugekommenen Schäden saniert würde, da die Zugänge zu den Gebäuden für Menschen mit Behinderungen bereits schwierig sind“.