So ein Friseurbesuch ist einfach entspannend. Um es im kreativen Coiffeursjargon auszudrücken: Haireinspaziert, kamm in, ein wenig plaudern und sich pflegen lassen. Was gibt es Föneres? Das ist doch alles, was das Hairz begehrt.

Besonders ver-lockend ist es, unter dem langen schwarzen Umhang endlich mal nicht den Bauch einziehen zu müssen. Einmal in den Stuhl gefläzt, kann man sich so richtig gehen lassen. Davon abgesehen: Zu jeder Haareszeit eine halbe Stunde offline sein zu dürfen – hairlich.

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Umso größer ist der Schock beim jüngsten Besuch im Chic-Saal meines Vertrauens. Ich will es mir gerade gemütlich machen, da erblicke ich auf Bauchnabelhöhe – meinen Pullover. Ein durchsichtiges Etwas lässt meinen Blick im Spiegel erstarren. „Das ist der neueste Trend“, klärt mich Friseurin Andrea, Spitzname Frau Tolle, auf. „Ein Haarschneideumhang mit Sichtfenster. Besonders beliebt bei jungen Damen.“

Immer überall erreichbar

Kaum zu glauben. Nicht einmal beim Haareschneiden kann der oder die eine oder andere das Smartphone ganz smart in der Tasche lassen. Immer und überall muss man erreichbar sein. Eine haarsträubende Vorstellung, ein glatter Riss in der Schnittstelle zur Haarmonie.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich hin- und hairgerissen. Mach mal keine Dauerwelle. Vielleicht ist das alles gar keine Cutastrophe und ich bin nur zu alt für solche Innovationen. Ein echter Querkopf. Am Ende ist es wahrscheinlich wie bei so vielem – Kopfsache.