Konstanz Allmannsdorf: Lauftreff für Flüchtlinge

Die Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad-Egg organisiert einen Lauftreff und mehrere Spielnachmittage für Flüchtlinge – und sucht dafür noch Helfer.

Täglich kommen tausende Flüchtlinge nach Deutschland. Man kennt sie aus dem Fernsehen, den Zeitungen, den Balken in den Statistiken, die immer höher werden. Direkten Kontakt aber hat ein Großteil der Bürger nicht, obwohl viele helfen wollen. „Das wollten wir ändern“, sagt Sven Martin. Er ist Vorsitzender der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad-Egg und hat mit ein paar anderen Mitgliedern unbürokratisch einen Lauftreff und mehrere Termine für einen Spielabend für Flüchtlinge und Einheimische auf die Beine gestellt – mit dem Ziel: Deutsch und sich gegenseitig kennen lernen.

Sven Martin, Christof Ettl und Dirk Schimmelpfennig gehen ohnehin regelmäßig laufen – „ob wir noch zehn Leute mehr mitnehmen, ist ja egal“, sagt Martin. Dennoch war die Idee zur sportlichen Integration nicht zufällig: Bei einem ersten Treffen mit den Flüchtlingen im Gemeindesaal zeigte sich schnell: „Kaffee und Kuchen ist nichts für die vielen jungen Männer“, sagt Sven Martin lächelnd. „Aber das war ja auch nur zum ersten Kennenlernen.“ Die Erkenntnis: Deutsch zu lernen steht an erster Stelle bei den Flüchtlingen. Die Verständigung ist ohnehin eine Sache, die sich Martin einfacher vorgestellt hatte: „Wir dachten, wir kommen mit unserem bisschen Englisch oder Französisch weiter, aber das war eben nicht so“, sagt Martin. Viel besser lief es dagegen schon auf dem Bolzplatz, und so kamen die Ideen zum Lauftreff und Spieleabend zustande.

Noch sei es schwer, an die Flüchtlinge heranzukommen, trotz mehrsprachiger Aushänge, sagt Martin. Viele sind skeptisch oder wissen nicht, wie sie selbstständig zum Termin kommen sollen. Das zweite Problem: Der Bürgervereinigung fehlen für ein paar wenige Termine noch Helfer aus dem Stadtteil – vor allem Jüngere. „Letztlich ist unser Ziel, dass sich Patenschaften entwickeln. Das geht natürlich besser unter Gleichaltrigen“, so Martin.

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