Bald ist Frühling und die einschlägigen TV-Kanäle und Boulevardzeitungen werden wieder ein Thema aufwärmen und uns mit ihren emotionalen Ergüssen überfluten, sodass man sich am liebsten gar nicht aus den eigenen sicheren Wänden traut. Die "Kampfzone Straße" wird ausgerufen, mit dem Ziel, sich mit der medialen Aufregung der Empörung der Leser zu bedienen.

Gewiss, jeder hat mal schlechte Erfahrungen gemacht, sich über andere Teilnehmende im Verkehr geärgert

Doch wenn es nicht gerade Ihr leidenschaftliches Hobby ist, Streit im öffentlichen Raum zu suchen, werden Sie wohl die meisten Tage konfliktfrei erleben. Tobsuchtsanfälle sind eben nicht normal, stechen deshalb in der Wahrnehmung heraus und bleiben im Gedächtnis haften.

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Am schlimmsten dabei ist, dass eine unangenehme Begegnung alle guten des Tages überschatten kann. Es ist doch etwa so, wie wenn einer während einer Schweigeminute laut zu johlen beginnt. Die Ruhe ist weg, auch wenn sich alle anderen noch so Mühe geben.

Oder wenn in einem Demonstrationszug eine kleine Gruppe zu randalieren beginnt. Die Bezeichnung als friedliche Demonstration ist dahin. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit, medial wahrgenommen zu werden, umso größer.

So verhält es sich auch beim Thema Kampfzone Straße

Auf der Strecke bleiben meist das gegenseitige Verständnis und die Erkenntnis, dass die meiste Zeit auf den Straßen Friede, Freude, Eierkuchen herrscht.

Zumindest in Konstanz.

Ich bin schon in vielen Städten Fahrrad gefahren. Fahrrad fahren eignet sich gut, um das Aggressionspotenzial einer Stadt zu erfahren. Das ist im Gegensatz zu Zürich, Wien oder Berlin in Konstanz gering.

Es gibt ein paar Tricks, um die Konflikte auf einem Minimum zu halten: klare Handzeichen sowie Abstand zu Fußgängern, anderen Rädern und Autos. Am wichtigsten ist aber, die Geschwindigkeit den Umständen anzupassen, aufmerksam zu sein und zu grüßen. Nicht alle Straßen sind dafür gleich geeignet. Meine bevorzugten Begegnungsstätten sind die Kreisverkehre Oberlohn und Döbele sowie der Hundeweg am Grenzbach.

Da es sich beim letzteren um meinen Arbeitsweg handelt, kenne ich die Hunde und manche ihrer Besitzer schon ziemlich gut. Lassen Sie sich also von den Schlagzeilen nicht stören und freuen Sie sich auf die herzlichen Begegnungen!