Acht Tage feiern in der Laubhütte - Warum im Palmenhauspark eine sogenannte Sukka steht

Im Palmenhauspark steht noch bis zum 14. Oktober eine kleine Hütte - Sukka genannt. Vier Wände aus grün-weißer Zeltplane und ein Dach aus Riedhalmen, durch das man den Himmel sehen kann. Auf drei mal drei Metern sitzt ein Teil der jüdischen Gemeinde von Konstanz zusammen und feiert. Was hat es damit auf sich?

Junge und alte, strenggläubige und kaum praktizierende Juden sind in der Sukka zusammengekommen. Auch ein paar Nicht-Juden sind da. Sie hat die Neugierde in den Palmenhauspark getrieben. Alle sitzen sie zusammen, trinken, essen, lachen und erzählen sich Geschichten. Auf Russisch, Deutsch, Hebräisch und Englisch. Zwischendurch werden jüdische Lieder angestimmt und auf die Tische geklopft - auch das bekannte, hebräische Volkslied "Hava Nagila" (Lasst uns glücklich sein).

Trotz der ausgelassenen Stimmung hat sich Arthur Bondarev, stellvertretender Vorsitzender der Synagogengemeinde Konstanz, Zeit genommen, um über den Hintergrund des jüdischen Festes - das auch als Laubhüttenfest bezeichnet wird - zu informieren.

Die Sukkot-Tage dauern immer vom 15. bis zum 21. Tischri, dem ersten Monat des jüdischen Kalenders – in diesem Jahr entsprach dies den Tagen vom 5. bis zum 11. Oktober. Während dieser Zeit bildet die Laubhütte das Zentrum des jüdischen Lebens. Aber warum heißt das eigentlich „Laubhütte“?

Streng praktizierende Juden dürfen während der Festtage einzig in der Sukka essen und schlafen. Daher bauen manche Familien sogar in jedem Jahr eine eigene Hütte, in denen sie die Festlichkeiten begehen.

Doch die Sukka im Konstanzer Palmenhauspark ist öffentlich - sogar die erste öffentliche in Deutschland. Juden und Nicht-Juden sind hier gleichermaßen willkommen. Das Projekt, das durch die jüdische Studierendengruppe Morasha realisiert wurde, hat zu tollen Begegnungen geführt, wie Bondarev erzählt.

Die Sukka im Palmenhausgarten ist gelebte Tradition und kultureller Austausch. Und sie zeigt wie wenig es braucht, um zusammenzukommen und Gemeinschaft zu leben. Manchmal nur vier Zeltwände und ein offenes Dach.

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