Wer am Bahnhof Konstanz ankommt und die Stadt betritt, der steht, milde ausgedrückt, nicht gerade auf dem attraktivsten Platz der Stadt. Noch fahren dort bis zu 10.000 Autos täglich, der Verkehr ist oft unübersichtlich, Sitzgelegenheiten gibt es kaum und Fahrradfahrer finden nur wenige Abstellmöglichkeiten.

Das soll sich ab Herbst endlich ändern.

Nach sieben provisorischen Jahren soll der Bahnhofplatz zu einem weitgehend autofreien Boulevard werden. Geplant ist, das Bahnhofsgebäude freizustellen und um es herum rund 30 Sitzbänke und zwei Dutzend Bäume aufzustellen. Mittelfristig soll es zudem ein Parkhaus für mehrere hundert Fahrräder geben.

Wie genau der neue Bahnhofplatz nach seiner Fertigstellung 2022 aussehen könnte, darüber haben sich Studierende der Konstanzer Hochschule HTWG im Rahmen eines Ideenwettbewerbs Gedanken gemacht.

„Am wichtigsten war uns, dass der Bahnhof als Haupteingang der Stadt zur Geltung kommt und dass aus dieser straßenähnlichen Situation ein Platz mit Charakter entsteht.“
Master-Architekturstudentin Jana Suppes

Neele Ploschke, Jana Suppes und Robin Gerster haben ihren Entwurf bereits bei der Stadtverwaltung und Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn vorgestellt – und es könnten einige Ideen daraus in die derzeitige Planung einfließen.

Die Köpfe hinter dem Entwurf (von links:) die Master-Studenten Neele Ploschke, Jana Suppes (Architektur) und Robin Gerster (Kommunikationsdesign).
Die Köpfe hinter dem Entwurf (von links:) die Master-Studenten Neele Ploschke, Jana Suppes (Architektur) und Robin Gerster (Kommunikationsdesign). | Bild: Hanser, Oliver

Platz für Fahrräder, Asphalt in Teppichoptik

Also entwarf sie mit ihren Kommilitonen eine Art Eingangshalle analog zu der eines Hotels: Mit Sitzmöglichkeiten im Wartebereich, Begrünung, und vor allem einer schöneren Asphaltierung. „Die gewebeartige Struktur soll an einen Teppich erinnern und die Verlegerichtung weitet den Bahnhofplatz optisch auf“, sagt Neele Ploschke. Zudem zeige der Bodenbelag klar, in welchem Bereich noch Autos fahren dürfen, um beispielsweise jemanden an den Bahnhof zu bringen – und wo die Fahrer künftig wenden müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch die Beleuchtung des Platzes folgt einem klaren Konzept, zudem gibt es in regelmäßigem Abstand Fahrradständer. „Insgesamt haben wir so Platz für 440 Fahrräder geschaffen“, so Jana Suppes.

Wann soll der Umbau fertig sein?

2022 und 2023 sollen der Bahnhofplatz und der Lago-Kreisel fertig umgebaut sein. Es folgen im Rahmen des C-Konzepts: Konzilstraße, Alte Rheinbrücke, die Knotenpunkte Schnetztor und Obere Laube. Der Bahnhof selbst wird ebenfalls ausgebaut, ab 2020 will die Deutsche Bahn die Bahnsteige für ein besseres Ein- und Aussteigen in Züge erhöhen. Mitte 2021 soll der komplette barrierefreie Umbau fertig sein.

Die Abschlussarbeiten der Konstanzer Architekturstudierenden, unter denen sich auch der Entwurf für den Bahnhofplatz befindet, werden an der Hochschule Konstanz vom 15. bis 19. Februar in den Ateliers des Gebäude C gezeigt. Der Eintritt ist frei.