Backstube Zuck & Kaun, Litzelstetten

Dieser Tage neben einem Backofen zu arbeiten? Für viele unvorstellbar – für Bäckermeister Akim Zuck und seine Mitarbeiter Sanna York, Kemo Nyang, Dimitri Klein und Christian Thiede Alltag.

Bild: Veronika Eckhardt

"Besonders warm wird es, wenn unsere Backwaren aus dem Ofen kommen", sagt Bäckermeister Akim Zuck (rechts). Dieser sei, je nach Gebäck, zwischen 180 und 250 Grad heiß – und ziemlich groß, nicht vergleichbar mit dem Backofen, den man zu Hause stehen hat. Akim Zuck ist seit 40 Jahren Bäckermeister.

Bei der jetzigen Hitzewelle sei das jedoch gar nicht so einfach, da die Teigtemperatur bei Weizen- und Dinkelteigen zwischen 22 und 24 Grad liegen sollte. Um das Arbeiten angenehmer zu gestalten, gibt es in der Backstube eine Lüftungsanlage. Und auch die mit Fliegengitter bespannten offenen Fenster brächten morgens einen angenehm kühlen Durchzug.

Da in der Backstube direkt nur eine geringe Luftfeuchtigkeit herrsche, lasse es sich dort auch bei Temperaturen über 30 Grad gut arbeiten. In dem Klimaraum für die Teige sei die Luftfeuchtigkeit etwa 70 Prozent hoch. "Dort lässt es sich nicht so lange aushalten", meint Zuck.

Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau

Am Arbeitsplatz von Stefan Reisch herrschen das ganze Jahr tropische Temperaturen. Reisch ist Gärtnermeister und nicht nur für die Pflanzen, sondern auch für die Schmetterlinge im Schmetterlingshaus auf der Mainau zuständig.

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"Ich bin Gärtner aus Passion", sagt Reisch. Schon in der zweiten Klasse habe er gewusst, dass er einmal Gärtner werden möchte. Im Schmetterlingshaus liegt die Luftfeuchtigkeit bei 80 bis 90 Prozent. "Das ist für die Schmetterlinge beim Schlüpfen besonders wichtig", erklärt Reisch.

Deshalb erfolgt eine automatische Luftbefeuchtung durch eine Nebelanlage, sobald die Luftfeuchtigkeit unter 60 Prozent fällt. Zwischen 350 und 600 Schmetterlingspuppen werden wöchentlich von zertifizierten Züchtern geliefert. Diese werden an Bambusstangen aufgehängt und können so vor den Augen der Besucherinnen und Besucher schlüpfen.

Bodensee-Therme Konstanz

"Ich komme wohl oder übel zum Schwitzen bei meinem Job, das ist schon eine schweißtreibende Arbeit", sagt Jana Wieler, Fachangestellte bei den Konstanzer Bäderbetrieben, beim Aufguss in der 85 Grad heißen Sauna.

Jana Wieler, Fachangestellte für Bäderbetriebe, beim Aufguss in der 85°C heißen Sauna. Diese sei die meistbesuchte der Saunen in der Bodensee-Therme.
Jana Wieler, Fachangestellte für Bäderbetriebe, beim Aufguss in der 85°C heißen Sauna. Diese sei die meistbesuchte der Saunen in der Bodensee-Therme. | Bild: Veronika Eckhardt

"An die Hitze in der Sauna gewöhnt man sich recht schnell", erklärt Wieler. Durch Pausen an der frischen Luft und viel Trinken sei der Arbeitstag gut zu bewältigen. Außerdem halte sie sich meist auf der Bewegungsfläche der Sauna auf und nicht in den Saunakabinen selbst.

Abwechselnd mit einem Kollegen oder einer Kollegin werden die stündlichen Aufgüsse in den beiden Aufgusssaunen gemacht, hier wird es besonders heiß. Beim Aufguss trägt sie einen Badeanzug und ein Badetuch. Auch arbeitet Jana Wieler im Thermalbadbereich und auch hier ist es warm – das typische Schwimmbadklima.

Otto Müller Metzgerei im Industriegebiet

Ganze 83 Grad kälter als bei Wieler ist es am Arbeitsplatz von Wadim Weber. Der Versandleiter arbeitet bei der Otto Müller-Metzgerei.

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Damit die gelagerten Fleisch- und Wurstwaren nicht verderben, müssen die Kühl- und Verpackungsräume immer auf 2 Grad gekühlt sein. "Das schöne ist, dass das Klima das ganze Jahr konstant ist", sagt Wadim Weber. Er mache seinen Beruf sehr gerne, schon seit 20 Jahren arbeitet er bei Otto Müller.

Wenn Wadim Weber in den Kühlräumen arbeitet, trägt er eine Thermo-Weste. Diese ermöglicht ihm einen längeren Aufenthalt bei den kalten Temperaturen.

Zentrum für Chemische Biologie, MolekulareToxikologie, Universität Konstanz

Hitze tut nicht gut – das gilt auch in bestimmten Bereichen der Universität Konstanz. Zum Beispiel in der Molekularen Toxikologie, wo im Kältelabor Temperaturen herrschen wie sonst im Kühlschrank.

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Die Arbeitsgruppe Molekulare Toxikologie an der Universität Konstanz untersucht mit modernsten Methoden, wie lebende Zellen und Organismen die Belastung durch schädliche Substanzen bewältigen. "Wir untersuchen, wie die in jeder Zelle vorhandenen, einzelnen 'Werkzeuge', also Proteine, die für die Reparatur von DNA-Schäden nötig sind, funktionieren und miteinander agieren.", sagt Professor für Molekulare Toxikologie Alexander Bürkle, der sich seit Jahrzehnten mit dem Erbgut (DNA) beschäftigt.

Im Kältelabor herrschen 5,4 Grad – denn hier werden Proteine analysiert, die wärmeempfindlich sind. Ein wichtiges Arbeitsgerät steht im Kältelabor und ist mit einem Monitor außerhalb des Labors verbunden. Deshalb müssen die Mitarbeiter nicht viel Zeit in der Kälte verbringen. "Es kann aber auch vorkommen, dass wir uns länger im Labor aufhalten müssen", erklärt Annika Krüger.

Im großen Hauptlabor der Arbeitsgruppe übrigens darf es maximal 28 Grad warm sein. Dafür sorgt eine Kühlung mit Bodenseewasser.

E-Center Baur, Konstanz

Wer in diesen Tagen Joghurtbecher einräumen muss, hat es eigentlich ganz gut: Auch vor den Regalen ist es angenehm kühl. "Bei den jetzigen Temperaturen ist es sehr angenehm hier, ich genieße jede Minute bei der Arbeit", sagt Stephanie Hesse, die stellvertretende Abteilungsleiterin der Molkereiprodukteabteilung im E-Center Baur.

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Bereits seit 2012 arbeitet sie im E-Center, zuerst in der Metzgerei und seit 2016 in der Molkereiprodukteabteilung.

Im gesamten Kühlbereich koordiniert sie die Mitarbeiter und den Warenfluss. Etwa 4 bis 6 Grad beträgt die Temperatur der Kühlregale für die Milchprodukte. Gerade weil es in ihrem Bereich so kühl ist, arbeitet sie dort sehr gerne: Hochsommerliche Temperaturen liebt sie nicht so besonders, sagt die Einzelhandelskauffrau und Handelsfachwirtin.

In den Kühlräumen des E-Center-Lagers gibt es sogar noch kältere Arbeitsplätze. Dort beträgt die Temperatur nur etwa 1 Grad. Um sich bei Bedarf vor der Kälte zu schützen, trägt Hesse eine Fleece-Weste und Handschuhe. Die helfen aber nicht nur gegen die Kälte, sondern verhindern auch, dass sie sich an den rauen Kartons die Hände verletzt.