Auch wenn die Konstanzer Frichtle ihren Geburtstag im Rosgartenmuseum feierten – in eine Ausstellung gehören sie noch lange nicht. Die sympathisch-freche Narrengestalt ist nämlich auch nach 66 Jahren höchst aktiv, treibt gerne Schabernack und bereichert die Konstanzer Straßenfasnacht in bestem Narrensinn.

Man sieht es ihnen nicht an: Die Frichtle sind Elefantenkinder. Einige Elferräte der Elefanten AG wollten nämlich einstmals ganz inkognito Fasnacht feiern, berichtete Frichtle-Präsidentin Marina Frey. Der bekannte Konstanzer Künstler und Elefanten-Elferrat Sepp Biehler setzte die vage Idee um und präsentierte zur Fasnacht 1951 die Maske des ersten Konstanzer Frichtles: Ein vergnügt-freches Lausbubengesicht. Dazu noch Hemd, Hose, Latz und Ringelsocken, und los ging es auf die Straßenfasnacht.

Das Narrenglück währte jedoch nicht lange. 1954 landeten Masken und Häser bereits im Fasnachtsschrank und gerieten beinahe in Vergessenheit. „Ende der 1970er Jahre entdeckten Claudio Bäuerle und Tobias Engelsing die Masken und Häser“, und reaktivierten die Maskengruppe, so Marina Frey über die Frichtle-Rettung. Doch nicht nur in Frichtle-Gestalt beleben die Maskenträger seither die Straßenfasnacht; vielmehr ziehen sie vorwiegend des Abends als freie Schnurrgruppe durch Straßen, Gassen und Wirtschaften.

Tobias Engelsing als „Uralt-Frichtle-Opa“ freute sich bei der Geburtstagsfeier über die große Frichtle-Schar und vor allem das geringe Durchschnittsalter der Mitglieder. Mit heiteren Anekdoten aus seiner eigenen Frichtle-Zeit erfreute er die Geburtstagsgästeschar, die aus Vertretern mehrerer Narrenzünfte und -vereine bestand. Das Schöne: „Fast jedes Jahr entsteht eine neue Gruppe. Die Konstanzer Fasnacht ist deshalb so bunt und vielfältig, weil sie eben nicht in Rottweiler Schönheit erstarrt, sondern sehr lebendig ist“, meinte Engelsing. Seit 66 Jahren tragen die Konstanzer Frichtle das Ihrige dazu bei.

Weitere Informationen unter: http://www.nz-frichtle.de/