Konstanz – Es war eine groß angelegte Fahndung der Polizei Konstanz, des Zolls und der Bundespolizei, die am späten Mittwochnachmittag erfolgte und zeitweise im Industriegebiet, auf der Europabrücke und in Richtung Bodanrück zu Verkehrsbehinderungen führte. Gegen 17.30 Uhr dann der Fahndungserfolg: An der Waldsiedelung Reichenau nimmt die Polizei einen betrunkenen 29-Jährigen fest, der kurz zuvor in eine handfeste Auseinandersetzung im Umfeld des Bordells House 24 im Industriegebiet verwickelt war. Wie die Polizei Konstanz gestern mitteilt, soll er einen 35-Jährigen während eines Streits mit einem Messer verletzt haben. Auch drei weitere Männer, die in die Schlägerei verwickelt waren, wurden zwischenzeitlich ermittelt.

Die Polizei sucht allerdings dringend Zeugen des Vorfalls. Nach bisherigem Ermittlungsstand kam es im Vorfeld zu Unstimmigkeiten zwischen den vier Besuchern des Bordells und dort beschäftigten Prostituierten. Die vier Männer im Alter zwischen 22 und 38 Jahren haben dann das Bordell verlassen. Kurz darauf wurden sie von zwei anderen Männern angegriffen, die in dem Bordell beschäftigt sind. Ob als reines Sicherheitspersonal oder Zuhälter, ist unklar. Fest steht: Der 35-Jährige und ein 32-Jähriger gingen mit einer Holzlatte und einem knüppelähnlichen Gegenstand auf die Besucher los. Es entwickelte sich eine massive Schlägerei, in dessen Verlauf der 35-jährige Angreifer von einem der vier Bordellbesucher mit mehreren, nicht lebensbedrohlichen Messerstichen verletzt wurde und in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nach der Auseinandersetzung flüchteten die vier Bordellbesucher, von denen einer durch einen Schlag eine Kopfverletzung davongetragen hat, mit ihrem Auto und zu Fuß.

Eine Ermittlungsgruppe des Kriminalkommissariats Konstanz hat die Ermittlungen aufgenommen. Dass es sich bei dem Vorfall um einen Bandenkrieg handle, wie gerüchteweise in den sozialen Netzwerken vermutet wurde, kann die Polizei bislang ausschließen. Von der Staatsanwaltschaft Konstanz wird gegen den 29-Jährigen Haupttatverdächtigen ein Haftbefehl wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung beim zuständigen Amtsgericht beantragt.

Es ist der zweite größere Polizeieinsatz dieses Jahr im Umfeld des Bordells. Im April hatte sich ein 37-jähriger Mann mit Gewalt Zutritt zu dem Bordell verschafft, randalierte massiv und musste von der Polizei überwältigt werden.