Konstanz 24-mal kam der Abschlepper: So hat die Stadt Konstanz am Samstag gegen Verkehrssünder durchgegriffen

Hunderte Strafzettel und Null Toleranz bei zugeparkten Rettungszufahrten: Obwohl viele vorab vom Aktionstag Verkehrssicherheit informiert waren, hatten Stadtverwaltung und Polizei viel zu tun. Und es soll nicht der letzte Tag des harten Durchgreifens gewesen sein.

Auch wenn viele vom Aktionstag Bescheid wissen und lieber erst gar nicht mit dem Auto in Stadt fahren: Zu tun haben die Ordnungskräfte genug. Staus vor den Parkhäusern, blockierte Busse, genervte Touristen. Ein Fahrer entscheidet sich kurzerhand, sein Auto irgendwo in einer Seitenstraße abzustellen. Lange hat er den Parkplatz nicht: Kurze Zeit später kommt ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. Das Auto steht im Weg. Endstation. Und das, obwohl es für die Einsatzkräfte im Ernstfall um Leben und Tod geht.

Am Samstag ist glücklicherweise niemand in Gefahr. Die Feuerwehr macht im Rahmen des Aktionstages "Verkehrssichere Konstanzer Innenstadt" sogenannte Durchfahrtsproben. Wo es nicht weitergeht, wird abgeschleppt. Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes, Polizisten, Verkehrskadetten und Abschleppdienste sind mit dabei. Das Signal lautet: Fehlverhalten hat Folgen. "Wir simulieren an dieser Stelle den Ernstfall unter echten Bedingungen. Bei einem Feueralarm muss ein Löschfahrzeug zügig vorankommen. Leider halten nicht alle Autofahrer die Mindestbreite zwischen ihrem Fahrzeug und der Bordsteinkante ein oder blockieren durch Falschparken die komplette Straße", sagt Polizeipräsident Ekkehard Falk. Auch viele Autofahrer, die auf der Laube oder in der Bodanstraße unerlaubt die Busspur benutzen, werden verwarnt.


Das Ostschweizer Fernsehen "TVO" hat zum Konstanzer Aktionstag einen Videobeitrag produziert

An diesem Tag sind nicht nur Falschparker im Visier, sondern die Stadt möchte ihre Bürger und Besucher auch anderweitig auf das Thema Verkehrssicherheit aufmerksam machen. Auf der Marktstätte sind verschiedene Stände der Kreisverkehrswacht Konstanz-Hegau aufgebaut. Simulatoren aller Art können ausprobiert werden: für einen Überschlag oder auch einen Auffahrunfall. "Was an den Ständen simuliert werden kann, hat im Ernstfall schwerwiegende Folge. Wir wollen die Verkehrsteilnehmer informieren und sensibilisieren", sagt der Geschäftsführer der Verkehrswacht, Willi Schmidberger.

Da steht kurz auf dem Kopf: Timo Ahrens befreit sich unter Anleitung eines Mitarbeiters der Verkehrswacht aus dem Überschlagssimulator. Und ist beedindruckt: "Die Veranstaltung ist eine tolle Sache. Ich hoffe natürlich nie, dass ich in eine solche Situation mit meinem Auto gerate. Aber wenn es dazu mal kommen sollte, weiß ich, wie man sich befreit."
Da steht kurz auf dem Kopf: Timo Ahrens befreit sich unter Anleitung eines Mitarbeiters der Verkehrswacht aus dem Überschlagssimulator. Und ist beedindruckt: "Die Veranstaltung ist eine tolle Sache. Ich hoffe natürlich nie, dass ich in eine solche Situation mit meinem Auto gerate. Aber wenn es dazu mal kommen sollte, weiß ich, wie man sich befreit." | Bild: Sebastian Thomas

Obwohl durch die Aktion alle Verkehrsteilnehmer gemeint sind, merkt der Besucher schnell: Autos stehen im Mittelpunkt. Um der vielen Autos Herr zu werden, will Oberbürgermeister Uli Burchardt: "Der Verkehr muss rechtsrheinisch verlagert, die Fahrradvermietungen ausgebaut werden. Ebenso rückt der Bau einer Gondel in den Mittelpunkt." Es sei eine Herausforderung für alle: "Wir haben viel Verkehr, aber wenig Stadt."

Die Bilanz

  • Abschleppen: Ein zentrales Element des Aktionstags "Verkehrssichere Konstanzer Innenstadt“ am Samstag war das konsequente Abschleppen von Autos, die Rettungszufahrten blockieren. 13 Fahrzeuge wurden nach einer ersten Bilanz der Stadtverwaltung deshalb weggebracht. Weitere elf Fahrzeuge wurden abgeschleppt, weil sie anderweitig behindernd geparkt waren. Sieben der 24 Fahrzeuge hatten Schweizer Kennzeichen. Auf die Halter der abgeschleppten Autos kommen Kosten um die 200 Euro zu.
  • Busspuren: In der Bodanstraße nutzten auffällig viele Autofahrer die den Stadtbussen vorbehaltene Spur. Auch die Busspur am Parkhaus Altstadt an der Laube war zeitweise zugestaut. Die Verkehrskadetten, die die Parkhaus-Zufahrten offenzuhalten hatten, mussten hier eingreifen. Wer auf der Busspur erwischt wurde, erhielt eine Verwarnung.
  • Strafzettel: Die Stadtverwaltung hat wegen verschiedener Verstöße 332 Fahrzeugführer gebührenpflichtig beanstandet. Außerdem über 1400 Euro Barverwarnungen erhoben, so die Bilanz der Stadtverwaltung.
  • Gesamtbilanz: Auch wegen der offensiven Ankündigung waren laut Anja Fuchs vom Pressebüro der Stadt weniger Autos in der Stadt als an vergleichbaren Samstagen. Oberbürgermeister Uli Burchardt dankte zum Abschluss allen Beteiligten und kündigte für die Zukunft weitere Aktionstage an, um weiter Bewusstsein für die Verkehrsregeln zu schaffen. (rau)

 

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