Sommer in Konstanz, das heißt auch: Hochzeits-Hochsaison. Fünf Trauungen sind es an einem normalen Samstag im Konstanzer Rathaus, doch kommendes Wochenende steht ein besonderes Datum an: Der 18.8.2018. Zehn Paare wollen an diesem Samstagstermin im historischen Konstanzer Rathaus heiraten, die Standesbeamten legen deshalb eine Doppelschicht ein.

Die Nachfrage war sogar noch größer, einigen Paaren musste das Amt allerdings eine Absage erteilen – alle verfügbaren Zeiten und Standesbeamten waren ausgelastet. So wird der Arbeitstag von Standesbeamtin Renate Reisch am Samstag genau durchgetaktet sein. Sie wird sich mit einer Kollegin abwechseln, damit zwischendurch auch Zeit für Pausen und Gespräche mit den Brautpaaren bleiben.

Das Standesamt sollte an den Fischmarkt verlegt werden

Für jede Trauung haben Reisch und ihre Kollegin wie sonst auch eine halbe Stunde Zeit. Einige kommen mit vielen Gästen aus Konstanz, andere extra von auswärts und verbinden ihre Hochzeit mit einem Urlaub am Bodensee. Das Trauzimmer des Standesamts Konstanz ist bei Paaren beliebt, weil es nicht nur ein Amtszimmer mit Schreibtisch ist, sondern einen besonderen Charme hat.

Dennoch gab es Pläne, wonach das Standesamt in das Gebäude am Fischmarkt verlegt werden sollte. Diese seien nun aber wieder verworfen worden, wie Anja Fuchs vom städtischen Pressebüro auf Anfrage erklärt.

"Mein Verlobter meinte, dieses Datum kann er nicht vergessen."

Auch für Marija Peic aus Konstanz ist derzeit Hochsaison. Sie ist Hochzeitsplanerin, hatte über zehn Anfragen für den Termin und auch sie musste einigen Paaren absagen.

"Ich persönlich finde die Monate Mai, Juni und Juli am besten zum heiraten, da in dieser Zeit das Wetter am stabilsten ist", antwortet Hochzeitsplanerin Marija Peic auf die Frage, welches Hochzeitsdatum sie als Expertin empfiehlt.
"Ich persönlich finde die Monate Mai, Juni und Juli am besten zum heiraten, da in dieser Zeit das Wetter am stabilsten ist", antwortet Hochzeitsplanerin Marija Peic auf die Frage, welches Hochzeitsdatum sie als Expertin empfiehlt. | Bild: Marija Peic

Rechtzeitig bei Marija Peic sich gemeldet haben Ganya Mosolf und Sönke Braren. "Wir hatten nach der Verlobung an Silvester eineinhalb Jahre Zeit für die Planung, und das war auch notwendig", sagt Ganya Mosolf. Musikband, Fotograf, Standesamt – um all das müsse man sich noch einmal früher kümmern, wenn man an einem solchen Datum heiratet. Das sei den beiden von Anfang an klar gewesen.

Bild: privat

Warum sie sich dennoch den 18.08.2018 ausgesucht haben? Ganya Mosolf lacht. "Weil mein Verlobter meinte, das kann er nicht vergessen." Doch es gibt noch einen weiteren Grund: "Wir wohnen momentan eigentlich in Peking, und im Chinesischem bedeutet die Zahl 8 Glück", sagt Mosolf. Kennengelernt haben sich die beiden weder am See noch in Peking. Sondern "in diesem Zeitalter ganz klassisch", wie es Mosolf formuliert: "Über das Internet."

Nun stecken sie mit Hochzeitsplanerin Marija Peic in den letzten Vorbereitungen. Die freie Trauung wird in einem privaten Garten in Langenargen am See stattfinden, in dem vor ein paar Jahren Ganya Mosolfs Großeltern ihre Goldene Hochzeit feierten.

Preise sind wegen der großen Nachfrage nicht höher

Unterdessen bereitet sich auch die Mainau auf mehrere Hochzeiten am Samstag vor. Allerdings sind es dort nicht mehr als an anderen Wochenenden im August, wie Pressesprecherin Lisa Gottschalk erklärt und ergänzt: "Ein besonderer Tag war auch Mittwoch, der 8.8.2018. Einige Paare entschieden sich trotz des Wochentages für dieses Datum."

Paare buchten in der Regel bereits ein Jahr im Voraus den Termin für eine Hochzeit auf der Mainau. Beliebte Daten seien aber nicht teurer: "Die Preise und Konditionen für Hochzeitsarrangements auf der Insel Mainau gelten für das gesamte Jahr".

Keine größere Nachfrage für den 18.8.2018 verzeichnen die Konstanzer Kirchengemeinden. Die katholische Altstadtpfarrei hat am Samstag und Sonntag gar keine Trauung und auch die evangelische Petrus und-Paulusgemeinde hatte nicht mehr Anfragen: "Am 19. August haben wir eine Hochzeit, das ist für einen Sommersonntag normal", berichtet Tine Wentzel.