Den Anheizer zum Eko-Fresh-Konzert im Kulturladen gibt eine echte Ruhrpottlegende: Pillath hatte einst an der Seite seines Partner-In-Crime Snagga Rap aus Nordrhein-Westfalen salonfähig gemacht. Auf der Freezy-Tour spielt er nach neunjähriger Bühnenabstinenz vor allen Dingen Brecher von seinem aktuellen Solo-Album „Onkel Pillo“. Pillaths Markenzeichen sind sein geschorener Schädel, eine massives Organ und brettharte Punchlines am Rande der Gürtellinie.

Der Übergang zur Show von Eko Fresh erfolgt absolut fließend: Aus dem Nebel taucht zunächst die bloße Silhouette des Kölner Urgesteins auf, der in der Folge eine Hip-Hop-Show der alten Schule zum Besten gibt. Keine Band, kein Schnickschnack, keine Backstage-Sängerinnen. Nur ein MC und sein DJ – mehr braucht es dafür nicht. Innerhalb der vergangenen 16 Jahre Rapgeschichte hat sich einiges an Hitmaterial angestaut – dementsprechend wirft Eko zum Tourauftakt die Zeitmaschine an und spielt ein Set, das in Sachen Abwechslung und Unterhaltungswert sicherlich seinesgleichen in Hip-Hop-Deutschland sucht. Eko spielt sowohl von Amerika beeinflussten Oldschool-Gangsterrap wie „Still Menace“ als auch die aus Circus Halli Galli bekannte Comedy-Nummer „U-Bahn-Ficker“ oder politische Storyteller wie „Köln Kalk Ehrenmord“.

Ekos Talent und Liebe für die Materie zeigt in der Folge anhand der schlichten Tatsache, dass der Rapper während seiner Ansagen oft völlig außer Atem ist. Freezy rappt ohne unterstützenden Backup, trifft aber trotzdem jeden Beat mit immenser Präzision. Dabei wechselt der Kölner Tempo, Rhythmus und Reimschemata teilweise während seiner Songs und schreckt auch nicht vor anspruchsvollen Doubletime-Passagen zurück. Das ist echte Meisterschaft, die sich Eko über die Jahre konzentriert erarbeiten musste.

Dazwischen gibt sich der ehemals als Großmaul verschrieene Sprechgesangsartist ursympathisch, erzählt stolz von seinem Sohn, wettert gegen Discothekenrapper und blickt darauf zurück, wie er einst R-Kelly einen Beat klaute. Die Highlights für alle Nostalgiker bilden indes zwei extrem freshe Medleys. Gleich zu Beginn der Show wirft Eko einen Blick zurück auf seine Zeit an der Seite von Bushido und spielt die von dunklen Beats und Chören bestimmten Klassiker „V wie Vendetta“ oder „Gheddo“ an.

Ein weiterer Zusammenschnitt blickt nicht ohne Augenzwinkern auf die poppigen Wurzeln von Ekos Anfängen, als sich der Kölner zum „König von Deutschland“ kührte. „Das ist 2001-Shit!“ Zum Abschluss entert dann noch einmal Pillath die Bühne und die beiden Archetypen des Deutschrap performen gemeinsam „Schöne Onkelz“. Eine rundum gelungene Hip-Hop-Show!