Trotz zeitweiligen Schneeregens: Rund 16.000 Freunde der Narretei feierten beim Sonntagsumzug durch die Konstanzer Altstadt rund 4500 Hästräger. Mitten in den gut dreieinhalbstündigen Spaß platzte eine freie Gruppe, die ein Plakat mit rechtsnationaler Tendenz zeigte.

Überschrieben war es mit: „Die bunte Republik. Das große Kotzen“. Ob hinter dem Auftritt wie vor einigen Jahren eine rechte Gruppierung steht, die mit der Präsenz beim Umzug für sich Werbung machen will, ist offen.

Nach Angaben der Veranstalter, der Vereinigung Konstanzer Narrengesellschaften, sei die Gruppe angemeldet gewesen und deren Adresse bekannt, ihr Plakat habe zuvor keiner gesehen. Man werde den Vorfall aufbereiten, sagten die Organisationschefs Axel Zunker und Stefan Bröker auf Nachfragen.

Sie berichten von einem weiteren Vorfall: Bei der Aufstellung erlebte eine Konstanzer Hexengruppe einen Moment des Schreckens. Ein Kesselfeuer habe auf den Fasnachtswagen übergegriffen, die Feuerwehr die Flammen aber schnell erstickt. Die Gruppe sei dann ohne den Wagen mitgelaufen.

Die Polizei spricht von einem friedlichen Nachmittag. Zum Schutz der Umzugsgäste vor Amokfahrern waren erstmals auf der Laube und an der Bodanstraße Stein-Poller aufgestellt worden. Einige Gruppen nahmen beim Umzug Aktuelles auf die Schippe: Die Konstanzer Elefanten tauften die Sparkasse, in deren Hauptgebäude in Konstanz ja ein Hotel einziehen soll, zur Schlafkasse um.

Die Konstanzer Seegeister zeigten eine ganz neue Variante der Imperia: In den Händen hält sie ein Kamelia-Kamel und einen Blätzlebue.