In Wollmatingen ist am Sonntag, 15. September, Festtag, denn der Löschzug 7 der Feuerwehr Konstanz feiert sein 150-jähriges Jubiläum. Von 10 bis 17 Uhr gestalten die Feuerwehrleute gemeinsam mit Zugführer Heiko Auer ein facettenreiches Programm beim Gerätehaus in Wollmatingen in der Litzelstetter Straße 34, um die Leistungsfähigkeit der modernen Wehr anschaulich zu demonstrieren. Im Rahmen dieses Tags der offenen Tür können sich Kinder und Erwachsene über die Tätigkeitsfelder informieren. Selbstverständlich wird es auch eine unterhaltsame Geschichtsexkursion geben, denn Historiker Daniel Groß hat Wissenswertes über die Wollmatinger Feuerwehr und die Brände in der seinerzeitig selbständigen Gemeinde, welche das Ortsbild veränderten, zusammengetragen. Heitere Anekdoten wird Daniel Groß selbstverständlich nicht aussparen.

Ein historisches Rätsel konnte selbst Groß bislang nicht lösen. Der Grund, warum die Gemeinde Wollmatingen eine Freiwillige Feuerwehr gründete, bleibt auch ihm unbekannt. Einen konkreten Anlass konnte er trotz eingehender Recherche nicht finden. Dabei hatte es, wie Daniel Groß anmerkt, bereits anno 1760 in Wollmatingen eine Feuerwehrordnung gegeben, in der das Löschwesen geregelt war.

Besonders bemerkenswert findet der Historiker den § 4 der Verordnung. Wenn es tagsüber zu einem Großbrand komme, dann sollte der Schulmeister mit den Kindern in die Kirche gehen und inbrünstig beten, erzählt der Daniel Groß und bemerkt, er habe beim Lesen dieser Passage schmunzeln müssen. Gleichzeitig weist der Historiker auf die Sinnhaftigkeit dieser Verordnung hin, denn: „so waren keine Schaulustigen auf der Straße“.

Der Wollmatinger Gemeinderat beschloss am 24. Dezember 1868, eine Feuerwehr zu gründen. Drei Tage später stimmte der Bürgerausschuss zu und am 19. März 1869 erfolgte die Gründung. 300 Gulden aus der Gemeindekasse wurden bereitgestellt, um Feuerwehr-“Requisitten“, darunter Beile, Rettungsleinen und Feuerleitern zu beschaffen, berichtet Daniel Groß. Wie viele Mitglieder die Feuerwehr in der Gründungszeit hatte – Wollmatingen hatte seinerzeit 961 Einwohner, so Groß – ist nirgends niedergeschrieben. Aber der Historiker geht davon aus, dass es 50 Mann gewesen sein könnten, da ebenso viele Schildkappen bestellt wurden.

Im Neubau des Wollmatinger Rathaus in der Radolfzeller Straße bekam die Feuerwehr 1908 endlich eine Fahrzeughalle. Heute sind dort die Feuerwehr-Oldtimer untergebracht, die am Sonntag, 15. September, beim Tag der offenen Tür besichtigt werden können. Nach der Eingemeindung 1934 blieb die Wollmatinger Feuerwehr zunächst eigenständig und wurde erst eineinhalb Jahre später in die Feuerwehr Konstanz eingegliedert, so Groß. „Daraus wird dann langsam der 7. Zug.“ Das erste motorisierte Fahrzeug, ein gebrauchtes Löschfahrzeug, erhielten die Wollmatinger erst in den 1950er Jahren.

Längst ist der 7. Zug der Feuerwehr Konstanz bestens ausgestattet. Höhepunkt in der jungen Vergangenheit ist die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses im Jahr 2001. Dort sind zwei Löschfahrzeuge, drei Wechsellader, sowie ein Mannschaftstransportwagen untergebracht, so Zugführer Heiko Auer, der anfügt: „Auch die Höhenrettung ist bei uns stationiert.“ Personell ist der Löschzug 7 mit 50 Aktiven der stärkste Zug, stellt Pressesprecher Christopher Kutschker fest. Der Feuerwehr Konstanz hat 260 Mitglieder, davon etwa 30 hauptamtliche Kräfte, und sieben über die Stadt verteilte Standorte. „Der 7. Zug ist immer eine schlagkraftige Truppe“, stellt Kutschker anerkennend fest.

Aktionstag

10 Uhr: Begrüßung

10.30 Uhr: Jugendfeuerwehr Vorführung eines Löschangriff

11.15 Uhr: Vortrag von Historiker Daniel Groß über die Geschichte der Feuerwehr Wollmatingen und Großbrände in der Gemeinde

12 Uhr: Auftritt Spielmannszug

13.30 Uhr: Vortrag von Historiker Daniel Groß über die Geschichte der Feuerwehr Wollmatingen sowie Brände

14.15 Uhr: Löschangriff der Aktiven

15 Uhr: Löschangriff Jugendfeuerwehr (as)